Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes (Christian Endres)

Atlantis
Paperback, 246 Seiten
ISBN: 978-3-941258-16-7
12,90 €

Ein kurzer Einblick

Wer kennt ihn nicht, den Meisterdetektiv Sherlock Holmes und seinen Partner Dr. Watson? Sie nicken wissend, doch etwas wurde der Nachwelt verschwiegen: Nicht alle Abenteuer sind bislang auch erzählt worden. In dieser Sammlung lassen sich einige der übersinnlichen und phantastischen Fälle wiederfinden, für die die Welt bisher nicht gewappnet war!

Bewertung

Sherlock Holmes meets Phantastik. Was auf den ersten Blick wagemutig erscheinen mag, kann sich zu einem sehr interessanten Mix entwickeln. Sofern man dies mag. Sherlock Holmes steht die Phantastik jedenfalls prächtig zu Gesicht, sodass ich Christian Endres zu dieser Kurzgeschichtensammlung beglückwünschen mag. Ich finde sogar, allein wegen der phantastischen Note, sollte man diese Sammlung lesen.
Vorliegende Geschichten sind bei weitem jedoch keine Einzelgänger, die außerhalb des Holmes-Universums spielen. Sie werden in die allseits bekannten Abenteuer eingeflochten, sodass immer wieder Bezüge zu „alten“ Geschichten hergestellt werden und man den Eindruck gewinnt: diese Abenteuer haben tatsächlich zwischen den bekannten stattgefunden.
Die Abenteuer sind oftmals recht kurz gehalten, was vielen Geschichten nicht gut tut. Ein wenig mehr Entfaltung, hätte ihre ganze Pracht zum Vorschein bringen können. So bleibt leider nur der Nachgeschmack einer guten Geschichte, die manches Mal vielleicht ein Highlight hätte werden können.
Geschnittene Szenen – bei DVDs ist es Gang und Gäbe sie als Bonusmaterial anzubieten. Bei Büchern nicht. Umso überraschender ist es entfallene Szenen vorzufinden. Zum einen ist es eine nette Dreingabe, zum anderen gibt es auch eine kleine Einsicht in die Arbeit des Autors, warum gerade diese Szenen entfernt wurden.

Vier Geschichten möchte ich an dieser Stelle hervorheben:

  • „Muse mit sieben Prozent“ ist eine skurrile Kurz-Kurzgeschichte, in der die Charaktere Holmes und Watson näher beleuchtet werden.
  • Mit ganz unangenehmen Gesellen bekommt es das Duo in den Abwasserkanälen Londons zu tun. „Der Fall der verschwundenen Katzen“ - ein düsteres Abenteuer.
  • „Pelz und Kokain“ wartet mit einem extravaganten phantastischen Mix aus Detektiv-Geschichte, Shakespeares „Sommernachtstraum“ und grimm'schen Märchen auf.
  • In „Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“ beschwört Christian Endres die Magie des Prager Golems herauf und erschafft eine magisch-düstere Atmosphäre voller Spannung.
Fazit

Die Beleuchtung der Charaktere Holmes und Watson, woran dem Autor auch sehr gelegen war, wie er im Nachwort schreibt, steht im Vordergrund. Das merkt man, das spiegelt sich in den Geschichten wieder – und ich finde, das ist eine große Stärke dieser Sammlung. Christian Endres ist eine gelungene Kurzgeschichtensammlung gelungen, die ich jedem Sherlock Holmes- und Phantastik-Leser empfehlen möchte.

3,5 von 5 Punkten

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