Freitag, 14. Dezember 2012

Rezension: Sardev. Der Schatten des Friedens (Klaus N. Frick)

Basilisk
Paperback, 120 Seiten
ISBN-10: 3-935706-43-X
12,00 €

Ein kurzer Einblick

Sardev Örhun – Bandit, Räuber und Führer einer Bande Desperados – kämpft mit seinen Gefährten seid Jahren für die Freiheit Patlorens. Nun endlich ziehen die Besatzungstruppen aus Eskoh ab, vertrieben von der anrückenden Befreiungsarmee des Allvölkeraufstandes. In den Wirren dieses fortwährenden Krieges kämpft Sardev Örhun um eine Bestimmung für sein Leben und für eine Rache, die ihn nicht Ruhen lässt.

Bewertung

Klaus N. Frick, Chefredakteur der Science-Fiction-Serie „Perry Rhodan“, legt nach über 20 Jahren Reifezeit den Kurzroman „Sardev – Der Schatten des Friedens“ vor, nachdem er im November 1991 den Roman schon einmal im Eigenverlag herausgebracht hatte. Wer nun ebenfalls einen SF-Roman erwartet, der wird bitter enttäuscht. Stattdessen bietet Klaus N. Frick dem Leser ein Fantasy-Abenteuer in bester Banditen-Manier. Es ist ein kurzer Roman, aber ein Roman, der spannend zu lesen ist.
Sardev ist alles andere als ein glorreiche Held. Er mag zwar in aller Munde sein, seine Taten kann niemand übersehen, dennoch ist Sardev nur ein vagabundierender Räuber, der mit seiner kleinen Gruppe überlebender Freiheitskämpfer gegen die Besatzungstruppen aus Eskoh kämpft. Einerseits um sein Vaterland vom Feind zu befreien, andererseits um Rache zu nehmen. Doch mehr als kleine Wunden kann er dem Feind nicht beibringen, dafür sind er und seine Männer zu wenige. Vielmehr ist Sardev stets selber auf der Flucht, hat man doch ein ordentliches Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Abgerissen, ziellos und bärbeißig zieht er durch Patloren. Seine Taten sprechen für ihn, doch zu einem Helden machen sie ihn nicht. Manche sprechen seinen Namen ehrfürchtig aus, andere spucken auf ihn. Sardev ist ein Charakter, mit dem der Leser sympathisieren kann, der zugleich aber auch eine gewisse Abneigung hervorruft. Man könnte ihn als Antihelden bezeichnen, doch sein Charakter und seine Handlungen sind verständlich, was dazu führt, dass man sich in ihn einfühlen kann – und so wird er zu einem Charakter, den man auf seine ganz eigene Weise zu schätzen weiß.
Geschildert wird das Ende eines großen Krieges, der Allvölkeraufstand vertreibt die Besatzungstruppen und irgendwo dazwischen steht Sardev mit seinen Befreiungskriegern. Doch der Krieg dient nur als Hintergrund – und darüber bin ich mehr als froh! Es wird kein Kriegsdrama erzählt, es wird kein Verlauf tobender Armeen geschildert: Es wird die Geschichte, das Leben eines einzelnen Mannes erzählt, der in den Wirren des Krieges eine Bestimmung sucht.

Fazit

Klaus N. Frick hat einen kurzweiligen Roman spannender Unterhaltung geschrieben, der den Leser mit in ein Abenteuer staubiger Landschaften, ausgetrockneter Flussbetten und wüster Kämpfe nimmt.

3,5 von 5 Punkten

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