Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Rotten Little Animals (Kevin Shamel)

Voodoo Press
Paperback, 80 Seiten
ISBN: 978-3-9502701-4-3
12,00 €

Ein kurzer Einblick

Tiere sind auch nur Menschen! Und das verrückte daran ist, dass sie ein eigenes Kino betreiben.

Sehen Sie was passiert, wenn eine tierische Filmcrew einen menschlichen Jungen entführt und einen Film über diese Entführung dreht. Lesen Sie Dinge über die Natur, die gar unnatürlich sind. Fürchten Sie ihre Tiere von diesem Tage an.

Zombie-Katzen Angriffe, Schießereien, Puppentheater im Drogenrausch, explosive Autoverfolgungsjagden, Kamera Hühner, Fledermaus Akrobaten, wilder Sex, Martini Partys, Rotten Little Animals ist eine verrückte Reise durch die Underground Tier Filmszene und ihren Weg nach ganz oben.

Bewertung

Snuff-Regisseur Stinkin' Rat (versessen auf den menschlichen Geschlechtsakt; vergeht sich selbst an Hühnern – ob möglich oder nicht) und seine Crew aus Kamerahühnern, weiteren tierischen Darstellern und Mitwirkern, filmen gerade auf einem Hinterhof einen Zombie-Katzen-Kampf (inklusive fliegender Innereien und jeder Menge Blut), als ein Junge sie beobachtet. Aber Tiere, die sich untierisch verhalten? Nein, das dürfen die Menschen nicht erfahren und so entführen sie den Jungen kurzerhand. Was aber soll man mit einem echten Menschenjungen anfangen? Natürlich! Man dreht einen Snuff-Film über die Entführung.
Gesittet geht hier überhaupt nichts zu. Stinkin' Rat verliert bei jeder kleinsten Aufregung Rattenkot, der sich überall zu kleinen Häufchen ansammelt. Innereien fliegen durch die Luft, wenn die Zombie-Katzen einen Kampf abliefern und Dirty Bird torkelt betrunken durch die Luft. Natürlich hat er die Kontrolle über seinen Schließmuskel verloren.
Fäkalekel und abgedrehter Irrsinn – wer sich darauf nicht einlassen kann, hat schon auf den ersten Seiten verloren. Ernst genommen werden darf nichts, als Parodie auf Hollywood angesehen werden darf „Rotten Little Animals“ aber sehr wohl. Stinkin' Rat und seine Produktionsfirma sind nur ein kleines, unbedeutendes Licht im tierischen Filmproduktionsgewerbe, doch ihr Entführungsfilm schnellt als Überraschungshit an die Sperrspitze der Filmindustrie und ebnet Stinkin' Rat den Weg zu riesigem Erfolg.
Blutige Kämpfe, Fäkalien, Zombie-Katzen, ein feuriges Massaker, ein Drogentrip und eine abschließende Verfolgungsjagd mit dem stets meckernden Bären Happy (welch' Ironie!) am Steuer sind nur einige Ingredienzen, die „Rotten Little Animals“ zu einer herrlich abstrusen Lektüre machen.
„Rotten Little Animals“ versucht gar nicht erst komisch zu sein, stattdessen rotzt Kevin Shamel einen irren Drogentrip auf Papier (überdreht und unglaubwürdig, aber dafür umso cooler). „Rotten Little Animals“ ist ein frecher Drecksspaß, der viel zu schnell ausgelesen ist.

Fazit

„Rotten Little Animals“ suhlt sich im Dreck und fühlt sich zwischen zahlreichen Abartigkeiten tierisch wohl. Waschen Sie sich bitte nach dem Lesen die Hände und beäugen Sie misstrauisch Ihr Haustier. Sah es nicht schon öfter so aus, als ob Ihr Hund mit TV schauen würde? Er tut es, glauben Sie mir!

3 von 5 Punkten

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