Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rezension: Rafael 2.0 Reboot (Karl Olsberg)

Thienemann Verlag
Hardcover, 235 Seiten
ISBN 978-3-522-20138-4
12,95 €


Kurzer Einblick

Alle Handys klingeln zur selben Zeit. Humanoide Spielzeugroboter entwickeln ein seltsames Eigenleben. Navigationssysteme spielen verrückt. Modellflugzeuge attackieren eine Militärbasis. Wer steckt dahinter? Nur Michael Ogilvy und sein bester Freund, die künstliche Intelligenz Raf2, ahnen die Wahrheit. Doch ehe sie Beweise vorlegen können, wird Michael gekidnappt.


Bewertung

„Reboot“ ist die Fortsetzung zu Karl Olsbergs „Rafael 2.0“, in dem Michael Ogilvys verstorbener Zwillingsbruder als Computerprogramm „wiederbelebt“ wird.

Nur zögernd lässt er sich auf eine "Beziehung" zu Rafael 2.0 ein. Doch die Neugierde siegt, Vertrauen entsteht, sie lernen sich immer besser kennen. Und dann müssen sie beweisen, dass sie ein Team sind, denn Brian [deren beider Vater] ist plötzlich verschwunden… (Verlagstext zu Teil I)

Durch eine auf den ersten Blick eigenständige Geschichte mit gut platzierten Rückblenden findet man leicht den Einstieg in diese Fortsetzung, auch ohne den ersten Teil gelesen zu haben.

Schnell kommt man als Leser dahinter, dass sich Michael als normaler Junge ausgibt, um nach den Ereignissen im ersten Teil nicht erkannt zu werden. Dort hatte Metatron – eine bösartige künstliche Intelligenz – versucht, ein globales Chaos anzurichten, was im letzten Moment durch die Hilfe von Michael und Raf2 verhindert werden konnte. In Teil II muss sich der jugendliche Protagonist zunächst mit für ihn bislang unbekannten Schülerproblemen herumschlagen. Olsberg spricht damit wichtige Themen an, wie z.B., dass man es nicht totschweigen sollte, wenn man von Mitschülern gemobbt und bestohlen wird und Solidarität zeigen sollte, wenn man mitbekommt, dass andere Schüler das gleiche erleben. Dass man sich hierbei den Angreifern aber nicht selbst körperlich in den Weg stellen braucht, sondern Hilfe holen sollte, ist mehr als vernünftig.

Die Geschichte ist aber nicht nur in dieser Hinsicht lehrreich, sondern lässt den Leser auch in Hinblick auf fortschrittliche Technologie sehr nachdenklich zurück. Wie sagt man so schön: Das Internet vergisst nie etwas… Und so wurde Metatron in Teil I nicht gänzlich besiegt. Er kehrt vielmehr gestärkt zurück und bedient sich sogar menschlicher Helfer, um seine Ziele zu erreichen. Das Ende ist mehr als offen und verspricht einen dritten Teil, der hoffentlich in Sachen Spannung und guten Ausdruck in nichts nachlassen wird.

Da sich das Buch wegen der einfachen Sprache schön flüssig und zügig lesen lässt, könnte man ohne Probleme „Rafael 2.0“ und „Reboot“ hintereinander lesen und hätte dann sicherlich auch mehr von der Entwicklung der Beziehung zwischen Michael und Raf2, die im zweiten Teil leider etwas zu kurz kommt.

Fazit

„Rafael 2.0 Reboot“ ist ein lohnenswerter Roman, der Jugendliche sowohl darin bestärkt, mit offenen Augen aber keinem falschen Heldentum auf ihre Umgebung zu achten, als auch nicht blind der immer weitergehenden Technisierung unserer Welt zu vertrauen.


4,5 von 5 Punkten

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