Sonntag, 2. Dezember 2012

Rezension: Peer Gynt (Henrik Ibsen)

Reclam Verlag
Taschenbuch, 149 Seiten
ISBN: 978-3-15-002309-9
4 €


Ein kurzer Einblick

Peer Gynt ist ein Träumer und Lebemensch, der zu jeder Schandtat bereit ist und dem jedes Mittel recht ist, um sein Wohlergehen zu sichern. Dabei schlüpft er in immer neue Rollen, die sein Leben das ein oder andere Mal komplett verändern…

Bewertung

Henrik Ibsen zeigt mit Peer Gynt eine interessante Charakterstudie auf. Peer Gynt ist ein egoistischer Mensch, für den Spaß im Leben im Vordergrund steht, und keinesfalls Verantwortung. Um das machen zu können, wo ihm gerade der Sinn nach steht, nimmt Peer auch negative Auswirkungen auf andere Menschen in Kauf. Solch eine Person kann man sich nur schwer vorstellen, doch Ibsen gelingt es immer wieder Peers Egoismus herauszustellen. Dabei ist besonders faszinierend, wie es Peer Gynt immer wieder gelingt, dass sich Dinge so entwickeln, wie es ihm gefällt, und andere Personen etwas für ihn tun, obwohl er nie das gleiche für sie getan hat oder tun würde. So enthält die Geschichte etwa einige romantische Züge, die jedoch immer durch die wenig nachvollziehbare Lieblosigkeit von Peer Gynt zerstört werden. Dennoch verliert der Leser nie die Hoffnung, dass Peer doch noch zur Liebe finden könnte.
Ibsen erzählt Peer Gynts gesamtes Leben, das ihn von Norwegen wegführt, im Alter jedoch wieder zurückverschlägt. Da das Stück allerdings mit 149 Seiten nicht besonders lang ist, entgehen dem Leser weite Teile Peers Leben und man wird zum Teil nicht darüber informiert, wie es Peer zu einem bestimmten Ort verschlagen hat. Dies bietet allerdings auch Spannung beim Lesen, da man daran interessiert ist, wo es Peer als nächstes hin verschlägt. Allerdings kommt deutlich zum Vorschein, dass Peer nach der Suche eines Sinnes für sein Leben ist, den er versucht durch unterschiedliche Erfahrungen zu finden.
Zwar scheint Peer Gynt schon in der realen Welt zu spielen, doch finden sich einige mystische und fantastische Elemente, wie etwa Trolle und Hexen, bei denen der Leser zunächst etwas verwundert ist, was aber auch durch die Ähnlichkeit einiger Elemente zu Goethes Faust nicht weiter irritieren sollte.

3 von 5 Punkten

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