Dienstag, 4. Dezember 2012

Rezension: Morgenrot (Tanja Heitmann)

Heyne 
Gebundenes Buch, 480 Seiten 
ISBN: 978-3-453-26605-6 
17,95

Ein kurzer Einblick

Für die Studentin Lea beginnt das Auslandssemester alles andere als angenehm. Bei Schneefall und eisigem Ostwind verbringt die junge Frau einsame Tage. Das ändert sich schlagartig, als sie in der Villa ihres Professors auf einen rätselhaften und unwirklich schönen Mann trifft: Adam. Vom ersten Augenblick an ist Lea wie gebannt. Ohne sich dagegen wehren zu können, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Doch Adam verhält sich seltsam. Mal weist er Lea schroff zurück, mal sucht er wie getrieben ihre Nähe. Welches Geheimnis sich jedoch wirklich hinter Adams mysteriösem Verhalten verbirgt, erfährt Lea eines Nachts: Schwer blutend findet sie ihn neben ihrem Bett vor. Wie ist er in ihr Zimmer gekommen und wieso schließen sich seine Wunden wie von Geisterhand? Lea erfährt, dass Adam von einem Dämon besessen ist. Dieser Dämon verleiht ihm Unsterblichkeit, dafür fordert er einen hohen Preis: das Blut anderer Menschen. In diesem Fall das Blut Leas. Noch kämpft Adam dagegen an, denn er hat sich in Lea verliebt. Aber der Dämon ist stark – womöglich zu stark ...

Bewertung

„Kann man einen Vampir lieben?“ Dieser Satz bewirbt das Buch von Tanja Heitmann und führt dadurch reihenweise willige Leser in die Irre. Wer in diesem Buch nach einem Vampir sucht, der sucht vergeblich. Was man aber hier findet, sind Männer und Frauen, die sich ihr Inneres mit einem Dämon teilen müssen. Dieser Dämon bringt das Leben dieser Menschen gehörig durcheinander, denn er braucht Blut, gibt dem Menschen mehr Kraft und ist eigentlich der Boss in Körper. Adam ist auch von einem Dämon besessen und als sich dieser Dämon, die Studentin Lea als Gefährtin auserwählt, kämpft Adam gegen ihn an, den er hat sich auch in Lea verliebt, will aber nicht, dass er ihr Schicksal teilt.
Von dem Schicksal der Protagonisten in den Bann gezogen, wurde ich nicht. Die ganze Geschichte plätschert mehr vor sich hin und zu einem befriedigenden Ende kommt sie auch nicht. Lea und Adam wirken nicht gerade sympathisch auf mich. Lea ist anfangs sehr naiv. Diese Eigenschaft konnte sie zum Glück jedoch nach der Hälfte des Buches ablegen. Adam wirkt nur wie ein Macho, der die ganze Zeit „Boss“ spielen will und über Lea bestimmen möchte. Seine weiche Seite wird zwar angerissen, kommt aber zu wenig heraus. Gut dargestellt wurde aber die innere Zerrissenheit von ihm, auch wenn für meinen Geschmack der Dämon noch mehr Potenzial hätte entfalten können. Zwei Seelen in der Brust zu haben, ist nicht leicht, und das merkt man Adam auch an. Die Geschichte an sich finde ich etwas groß angelegt, vieles passiert, aber oft fragt man sich einfach nur: warum? Manche Kapitel hätte man auch ruhig weglassen können.

Fazit

Wenn man nicht mit der Erwartung einen Vampir-Roman zu lesen an dieses Buch heran geht, kann man auf eine innovative Geschichte hoffen. Sie kann zwar nicht ganz überzeugen, aber zeigt doch neue Ideen auf.

2 von 5 Punkten

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