Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Meereszauber (Patricia A. McKillip)

Piper Verlag
Flexibler Einband, 195 Seiten
ISBN: 9783492265621
€ 7,90


Ein kurzer Einblick

Die junge Ane hasst das Meer, denn es nahm ihr den Vater. Eines Tages begegnet ihr Prinz Kir, der das Meer über alles liebt und das Leben an Land kaum erträgt. Mit Anes Hilfe erzählt er dem Meer von seiner Sehnsucht. Da erhebt sich ein Seedrache mit einer goldenen Kette aus den Fluten und unversehens gerät Ane in ein Abenteuer voller Magie und tiefer Gefühle.

 
Bewertung

Es ist eine traurige Cinderella-Story. Die deprimierte Ane schrubbt tagsüber den Boden in einem Gasthaus und lebt abends allein in einer verlassenen Hütte. Ständig mit zerzausten Haaren und viel zu engen Sachen bekleidet weil sie so schnell wächst, lernt Ane sowohl den jungen Prinzen Kir, seinen verschollenen Bruder und auch den seltsamen Zauberer Lyo kennen.

Der Leser bekommt eine an sich schöne Geschichte vorgesetzt, in der es anscheinend keinen großen Unterschied macht, ob man die einfache Tochter eines Fischers oder eine Adlige ist. Wenn selbst der König mit Ane wie mit einer Gleichgestellten spricht, wirkt das zwar sehr idealistisch, doch wurde dies plausibel in das Geschehen eingeflochten, so dass man es als Leser einfach als gegeben betrachtet. 
Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass die einzelnen Personen rein äußerlich sehr gut beschrieben werden - hier sticht vorallem die Tatsache heraus, dass Lyos Augen je nach Magie ihre Farbe ständig wechseln. Aber so gut die äußerliche Beschreibung auch ist, kann sie leider nicht darüber hinweg täuschen, dass den Charakteren eine tiefgründigere Zeichnung fehlt. Weder werden familiäre Hintergründe richtig ausgebaut, noch bekommt man mehr als die offensichtlichen Gedankengänge der Protagonischen zu lesen, wodurch diese leider zu einseitigen Figuren degradiert werden. Auch wird die Handlung an manchen Stellen zu schnell vorangetrieben und ist nicht mit viel Hingabe geschrieben.

Fazit

Durch die mangelhafte Charakterzeichnung ist man beinahe froh, das Buch nach nur 196 Seiten zuklappen zu können. Mehr Tiefgang hätte dieser Kindergeschichte mit Märchenpotenzial sehr gut gestanden. So hat es die Autorin leider nicht geschafft, mehr als ein kurzweiliges Lesevergnügen zu liefern.

2 von 5 Punkten

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