Samstag, 1. Dezember 2012

Rezension: Mara 1. Mara und der Feuerbringer (Tommy Krappweis)

Schneiderbuch
Gebunden, 332 Seiten
ISBN: 978-3-505-12646-8

12,95 €

Ein kurzer Einblick

Die 14-jährige Mara wäre am liebsten eines: unauffällig. Ein ganz normales Mädchen. Ohne die Tagträume, die der Grund für die ständigen Hänseleien in der Schule sind. Doch gerade als sie beschließt, ihr Leben zu ändern, passiert plötzlich etwas Unglaubliches: Mara erfährt, dass sie eine der letzten Seherinnen ist. Eine Spákona. Und nur mithilfe ihrer besonderen Gabe kann sie verhindern, dass sich der Halbgott und Dämon Loki von seinen Fesseln befreit und zu einer Gefahr wird. Maras Welt gerät aus den Fugen: Wird sie es schaffen, sich dieser großen Aufgabe zu stellen?

Bewertung

Tommy Krappweis kann nicht nur lustig sein, wie man bei „RTL Samstag Nacht“ gesehen hat, er kann auch Jugendbücher schreiben. „Mara und der Feuerbringer“ ist der erste Teil seiner Trilogie, die von Mara und der germanischen Mythologie handelt. Mara möchte eigentlich ein ganz normales Mädchen sein, dummerweise verliert sie sich immer in Tagträumen und wird dann nebenbei von Mitschüler mit Papierkugeln dekoriert. Auch hat sie noch an der Trennung ihrer Eltern zu knabbern und, dass ihre Mutter sich für eine „Wicca“ hält, macht ihr das Leben nicht gerade leichter. Eigentlich steht Mara, bis auf die Tagträume, mit beiden Beinen fest auf dem Boden und glaubt nicht an übernatürliche Dinge, bis ihr eines Tages ein Zweig eine wunderbare Geschichte offenbart, in der sie die Hauptrolle spielt.
Es hat etwas gedauert, bis ich mich in den Roman eingelesen hatte. Nachdem der Zweig mit Mara geredet hatte, war ich doch mehr als skeptisch, ob mich dieser Roman überzeugen kann. Am Ende konnte ich dann aber doch sagen: Ja, dieser Roman hat mich überzeugt! Er ist lustig, nicht vorhersehbar und über allem schwebt ein gewisser Charme. Besonders das Zusammenspiel zwischen Mara und Professor Weissinger hat mir gut gefallen. Der Professor erinnerte mich selbst an jemanden aus meiner Unizeit und ich bin gespannt, welche Abenteuer die beiden in den weiteren Bänden überstehen müssen.
Auch das Potpourri aus den verschiedenen germanischen Sagen ist großartig eingebaut worden. Hier hat Krappweis gut recherchiert und Unterstützung von Professor Simek bekommen, der auch gleich den Anhang des Romans geliefert hat, wo man nochmal genauer die Begriffe und Sagengestalten der Mythologie nachlesen kann. Wer weiß, vielleicht weckt dieser Roman auch bei dem ein oder anderem die Lust, sich näher mit diesem Thema zu beschäftigen.
Gut gelungen fand ich auch den Teil des Romans, als Realität und Sagen sich vermischt haben. Hier musste ich am meisten schmunzeln und gerade Siegfried fand ich teilweise trotz Heldenhaftigkeit zum Brüllen komisch.
Der Roman ist noch mit Illustrationen von Adriaan Prent geschmückt. Hier findet man auch immer wieder Illustrationen, die direkt mit dem Roman zu tun haben, wie zum Beispiel die Zeichnung der Midgardschlange.
Auch das Cover gefällt mir sehr gut. In Dunkelrot gehalten zeigt es das halbe Gesicht eines Mädchens mit Flammen in den Augen. Oben und unten schmücken goldene Ranken das Cover: Ein Blickfang im Buchregal.

Fazit

Trotz der Einfindungsphase in den Roman hat er mir sehr gut gefallen. Hab ich am Anfang immer nur ein paar Seiten gelesen, kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich ihn nicht mehr aus der Hand legen konnte. Das bunte Gemisch aus Realität und Götterwelt verspricht Lesespaß und durch die Charaktere und die lockere Schreibweise hat man ein Werk in den Händen, das man nicht so leicht wieder loslassen möchte.

4,5 von 5 Punkten

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