Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Magierdämmerung 1. Für die Krone (Bernd Perplies)

Egmont LYX
Klappenbroschur, 448 Seiten
ISBN: 978-3-8025-8264-6
12,95 €

Ein kurzer Einblick

Ein neues Zeitalter der Magie bricht an …

London 1897. Eines Nachts findet der junge Reporter Jonathan Kentham in einer Gasse einen sterbenden Mann. Dieser übergibt ihm einen Ring, der Jonathans Leben grundlegend verändern soll. Unfreiwillig wird er in den Kampf rivalisierender Magier hineingezogen. In den Ruinen des untergegangenen Atlantis wurde ein uraltes Siegel gebrochen und die Wahre Quelle der Magie geöffnet. Die ganze Welt droht im Chaos zu versinken …

Bewertung

Nach der erfolgreichen „Tarean“-Trilogie startet Bernd Perplies nun mit mit einem neuen Dreiteiler: „Magierdämmerung“ - Steampunk meets Magie.
Das Ende des 19. Jahrhunderts ist ein gern genommenes Setting. Die Handlung nach London zu verlegen, sollte gar keine große Verwunderung mehr hervorrufen. Noch ist London von der viktorianischen Epoche geprägt; für uns ein Inbegriff der magischen Atmosphäre in den Straßen und Gassen dieser alten Stadt. Gestützt von der ausgeprägten Vorstellungskraft des Lesers muss der Autor eben jene Atmosphäre nur noch lebendig halten, vielleicht einen kleinen Schubs zur Erweckung der Vorstellung geben – Der Rest ist ein Spaziergang.
Jonathan Kentham, Reporter beim Strand Magazine, gerät ganz zufällig in einen verborgenen Krieg hinein. Im Zwiespalt sein altes Leben als Reporter nicht aufgeben zu wollen, der neuen Verlockung ungeahnter Kräfte und der Liebe zu Elisabeth Holbrook gerät sein Leben aus den Fugen. In eine Rolle gepresst, die er niemals erträumt hätte, bleibt ihm nichts anderes übrig: Er muss die neue Welt, eine Welt der Magie, kennen lernen und die ungewollte Schlüsselposition im Krieg der Magier einnehmen. Bernd Perplies bedient sich fleißig der Stereotypen, haucht ihnen aber Sympathie und Leben ein, dass man gerne mit Ihnen verweilt. Allein der Dandy-Magier Jupiter Holmes hebt sich wohltuend aus der Masse der Charaktere ab. Wobei auch dieser eigentlich nur die extravagant gewählte Figur ist, um das Gefühl zu geben, dass nichts des hier gebotenen alltäglich ist (mal abgesehen davon, dass Magie sowieso nicht alltäglich ist). Doch ... es tut seinen Zweck und funktioniert prächtig: Unterhaltung par excellence!
Holmes ist jedoch nicht nur der Farbtupfer unter den Figuren, sondern auch eine literarische Anspielung unter vielen. Anspielungen, die ich hier natürlich nicht alle vorweg nehmen möchte, sondern sie lieber der vergnüglichen Suche des Lesers überlasse. Stellvertretend sei hier die schon erwähnte Figur des Holmes und die nebensächliche Nennung des Necronomicons von H.P. Lovecraft genannt. Doch die Suche nach bekannten literarischen Anspielungen ist noch lange nicht beendet ...
„Für die Krone“ ist ein filmreifes Abenteuer, dass Kopfkino garantiert und schillernd prächtige Bilder und Actionszenen vorm Leser lebendig werden lässt. Die Magie macht sich selbständig und springt auf den Geist des Lesers über. Ein wahres Lesevergnügen. Einfache Fantasy – aber der Touch des Besonderen führt oft genug zum Siegeszug.
Der Touch des Besonderen? Ja, in der Tat! Magie wurde durch Autoren bisher vielfältig umgesetzt: Zauberstäbe, Kräutertränke, Rituale, Zaubersprüche und vieles mehr. Doch wirklich sichtbar gemacht hat bisher niemand die Magie! In der sogenannten Wahrsicht ist es den Magiern möglich die Magie als eine Art Faden wahrzunehmen und mit ihnen Zauber wörtlich zu flechten. Das ist nicht nur neu, das spricht auch die Fantasie des Lesers an, die Vorstellungskraft und letztendlich trägt es einen Großteil zur Kinoleinwand im Kopf bei. Ein gelungener Kniff, der herzlich begrüßt werden kann.

Fazit

Wolfgang Hohlbein ist für ein gelungenes Kopfkino bekannt. Doch wo ihm die Innovation ausgegangen ist, füllt Bernd Perplies die Lücke mit Bravour! Wie für die Leinwand gemacht – ob im Kopf oder im Kino; eine filmische Umsetzung wäre nur begrüßenswert. Die Fortsetzung „Gegen die Zeit“ (Februar 2011) kann mit Spannung erwartet werden!

3,5 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen