Samstag, 1. Dezember 2012

Rezension: Liebespaarungen (Lionel Shriver)

Piper 
Hardcover, 592 Seiten 
ISBN: 9783492050968
19,95

Ein kurzer Einblick

Lawrence ist ein ganz besonderer Mensch, klug, geistreich, verlässlich. Und ist es nicht ganz natürlich, dass die Leidenschaft seiner Liebe nach zehn Jahren nachgelassen hat? Ein Leben ohne ihn kann Irina sich jedenfalls nicht vorstellen. Auch an dem Abend nicht, an dem sie mit Ramsey, dem gemeinsamen Freund, ausgeht. Aber dann ist Ramseys Anziehungskraft überraschend groß, Irina verliert den Überblick und lässt sich zu einem leidenschaftlichen Kuss hinreißen. Mit einemmal tritt sie in ein neues Leben ein. Und mit Ramsey, dem professionellen Snooker-Spieler, verändert sich vieles, mit ihm wird Irina zu einer anderen Frau. Das Leben mit Lawrence, das Leben ohne diesen Kuss, wäre vorhersehbarer gewesen. Oder? Das ist eine andere Geschichte – aber warum sollte sie deshalb nicht erzählt werden? Nur um zu erfahren, was gewesen wäre, wenn …

Bewertung

Was passiert wenn wir in unserem Leben Entscheidungen treffen, die wie ein Sturm alles verändern?
Mit diesem Thema hat sich Lionel Shriver auseinandergesetz. Sie lenkt ihre Hauptprotagonistin Irina in zwei verschiedene Richtungen. Einmal unterliegt sie der Versuchung und gibt sich der Liebe mit dem Snookerspieler Ramsey Acton hin und verlässt dafür ihren Partner Lawrence, mit dem sie seit 10 Jahren zusammenlebt. In der anderen Storyline wiedersteht sie der Versuchung und lebt weiter mit Lawrence zusammen.
Die zwei Handlungsstränge wirken leider nicht immer überzeugend. Viel zu schnell wird dem Leser klar wie alles ausgeht. Es gibt zwar überraschende Wendungen, aber im Großen und Ganzen merkt der Leser wohin das Buch führt. Irina erlebt in beiden Richtungen Höhen und Tiefen. Oft, aber nicht immer, scheint die eine Geschichte der Spiegel der anderen zu sein. In der Geschichte, in der Irina sich für Ramsey entscheidet bekommt sie einen Preis verliehen, in der anderen bekommt Ramseys Exfrau Judy den Preis. „Was wäre wenn“ sind hier die richtigen Wörter um diese Geschichte zu beschreiben.
Schade ist, dass die Protagonisten nicht überzeugen können. Irina ist eine Frau, die ihr Glück von Männern abhängig macht. Sie kann sich nicht richtig durchsetzen und wirkt dadurch ziemlich blass. Die männlichen Protagonisten sind auch keine sympathischen Typen. Ramsey ist meistens nur auf sich fixiert und Lawrence ist seine Arbeit am wichtigsten. Natürlich sind in der anderen Geschichte jeweils die Männer sympathischer, mit denen Irina gerade nicht zusammen ist. So ist Lawrence ein verständlicher aber verlassener Mann und Ramsey ein Gentleman schlechthin. Die Nebenfiguren können auch nicht überzeugen. Gerade sollte man annehmen, dass sie in beiden Storylines ziemlich gleich sind, aber dies trifft nur teilweise zu.

Fazit

Shrivers Schreibstil ist recht flüssig, aber nicht fesselnd. Im Großem und Ganzen kann man die Geschichte als nett bezeichnen, mehr steckt aber nicht dahinter.

2 von 5 Punkten

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