Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Lehrerkind (Bastian Bielendorfer)

Osterworld Audio
3 Cd´s, 235 Min.
ISBN: 978-3-86952-137-4
12,99 €

Ein kurzer Einblick

Was wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen Schule sind - und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die Mitschüler einen zum Daueropfer ernennen und es bei den Bundesjugendspielen nicht einmal für eine Teilnehmerurkunde reicht? Genau: Er wird selbst Lehrer! Mit gnadenloser Selbstironie schildert Bastian Bielendorfer, wie er der pädagogischen Sippenhaft zu entrinnen versucht, und verrät dabei, welch zarte Seele sich unter so manchem grob gehäkelten Mathelehrerpullunder verbirgt.

Bewertung

Bastian Bielendorfer ist eigentlich ein ganz normaler Junge, der mit zwei Vollblutpädagogen als Eltern aufgewachsen ist. Die Berufung seiner Eltern war der Beruf des Lehrers und so wurden sogar seine Entschuldigungsbriefe, wenn er mal etwas ausgefressen hatte, mit dem Rotstift korrigiert. Das Hörbuch von „Lehrerkind – Lebenslänglich Pausenhof“ fängt ziemlich witzig an. Bastian Bielendorfer warnt den Hörer vor seiner Kermit-ähnlichen Stimme und bringt gleich ein paar Versprecher zum Besten. Danach startet das eigentliche Hörbuch und Bastian erzählt von seiner Kindheit als einziger Sohn eines Lehrerehepaares.
Die einzelnen Episoden sind nur teilweise witzig und man fragt sich, ob es sich wirklich so zugetragen hat, oder ob im Sinne der Komik einfach etwas übertrieben wurde. Die Aprilscherze des Vaters sind etwas unter der Gürtellinie, gerade für einen Grundschüler. Den Scherz im Erwachsenenalter fand ich dafür schon mehr gelungen, obwohl auch dieser ziemlich mies gegenüber Bastian war.
Was mich etwas gestört hat, war die Betitelung die Bastian Biehlendorfer sich selbst gibt. Er stellt sich als Verlierertyp da, als dickes Kind mit teigiger Haut. Hier ist der Witz vollkommen daneben gegangen und durch die vielen Wiederholungen wirkt es zudem noch nervig auf den Hörer.
Die Zeit, als er als Zivildienstleistender gearbeitet hat, ist sehr von Klischees durchzogen. Die Story an sich ist witzig und auch irgendwie niedlich, aber durch diese typischen Klischees, kann man schon gar nicht mehr richtig darüber lachen. Auch die Episode mit seiner Freundin und seinen Eltern kann ich nicht ganz nachvollziehen. Hier denke ich ebenso, dass der Autor einfach übertrieben hat.

Fazit

Ein nett gemeintes Hörbuch, welches ein wenig vom Charme des Erzählers lebt. Die Geschichte des „Lehrerkinds“ lässt sich einmal hören, dann ist es aber auch genug. Die teilweise aufgesetzte Witzigkeit und das Selbstverspotten wirken nach einiger Zeit nervig auf den Hörer und ob sich die Lebensgeschichte von Bastian Bielendorfer wirklich so abgespielt hat, ist zu bezweifeln.

2 von 5 Punkten

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