Sonntag, 16. Dezember 2012

Rezension: Kill Whitey (Brian Keene)

Otherworld
Hardcover, 280 Seiten
ISBN: 978-3-8000-9527-8
16,95 €

Ein kurzer Einblick

Larry Gibson sehnt sich nach Abwechslung in seinem eintönigen Alltag als Lagerarbeiter. Als er Sondra kennenlernt, eine betörende Stripperin, wird sein Leben schlagartig aufregend ... zu aufregend. Von einem Tag auf den anderen sterben seine Freunde, und er ist auf der Flucht vor der Polizei, der russischen Mafia und einem scheinbar unbesiegbaren Wahnsinnigen. Will Larry überleben, muss er einen Weg finden, Whitey zu töten ...

Bewertung

Apocalyptische Szenarien – dem deutschen Leser dürfte besonders dies beim Namen Brian Keene in den Sinn kommen, hat Kenne doch Weltuntergangszenarien u.a. in „Das Reich der Siqqusim“ und „Totes Meer“ in bester Unterhaltungsmanier abgeliefert. Doch Keene kann auch anders. Nicht immer muss die Welt von Zombies überrannt werden. Manchmal wird auch die russische Mafia zum ärgsten Feind und, zugegebenermaßen, da kann Keene wohl doch nicht anders, fließt natürlich dennoch reichlich Blut.
„Kill Whitey“, der Titel ist Programm. Larry Gibson hat sich in die Stripperin Sondra verguckt. Unglücklicherweise will Whitey sie aus einem unerfindlichen Grund töten. Für Larry ist klar: Er muss diese Schönheit retten und, weil ihm keine andere Wahl bleibt, Whitey töten. Denn dieser gibt die Jagt nach Sondra nicht auf. Larry Gibson und seine Freunde sind typische Vertreter der Arbeiterklasse. Sie müssen sich kaputt schuften, um das nötige Geld für ihr Leben zu verdienen, haben zu wenig Zeit, um eine Freundin zu finden (bis auf Yul), eine Familie zu gründen, und verprassen ihr Geld daher lieber in Strippclubs. Irgendwie muss das Thema Frau doch eine Rolle in ihrem Leben spielen, um ihrem Leben aus der tristen Einsamkeit etwas Abwechslung zu geben. Auf einem dieser Ausflüge lernt Larry auch Sondra kennen; der Tag an dem sich sein Leben verändert. Drastisch verändert. Eben noch hat Larry den trauten Alltag genossen, kurz darauf befindet er sich in einer Schießerei und Verfolgungsjagd wieder, die nicht nur sein Leben und seiner Freunde bedroht, sondern auch das vieler anderer Menschen. Sondra ist es auch, die nicht nur sein Leben verändert, sondern mit ihrem reizenden Körper betörend aus der Masse der Charaktere heraus sticht. Spätestens bei ihr, wird auch dem Leser klar, hat Alltäglichkeit, das Gewöhnliche nicht länger Bestand.
Souverän und flott reißt Keene den Leser in die Geschichte, ersäuft ihn erst in der Langeweile eines Alltags, der 1000den Menschen tagtäglich begleitet, bevor wir, die Leser, nicht mehr wissen, wo uns der Kopf steht. Typisch amerikanisch flott, einfach und unterhaltend, bietet sich uns eine Story, die wir eigentlich mehr als zur Genüge kennen. Dennoch schafft es Keene bravourös auf seine ganz eigene Art zu erzählen. Und glücklicherweise sind Keenes Geschichten dann doch nicht ganz so gewöhnlich. Der Anführer der hiesigen Mafia, Whitey, lässt sich natürlich nicht einfach so töten. Selbst durchsiebt von einem Kugelhagel, steht er wieder auf und setzt die Verfolgung von Larry und Sondra fort. Er ist nicht unsterblich, aber ein Mensch ist er auch nicht. Um ihn zu töten, braucht es schon so einiges mehr.

Fazit

Mit „Kill Whitey“ hat Brian Keene einen Mystery-Thriller geschrieben, der ganz in keene'scher Manier eine harte Gangart anschlägt und für zarte Gemüter absolut nicht empfohlen sei. In typisch amerikanischer Erzählart wird allen anderen ein flotter Thriller geboten, der beste Unterhaltung in einsamen Abendstunden bietet.

4 von 5 Punkten

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