Dienstag, 18. Dezember 2012

Rezension: Kap der Finsternis (Roger Smith)

Tropen 
Gebunden, 359 Seiten
ISBN: 978-3-608-50202-2 
21,90 €
 
Ein kurzer Einblick

Jack Burn, gestrauchelter amerikanischer Glücksspieler, ist mit seiner hochschwangeren Frau und seinem Sohn in Kapstadt untergetaucht. Dort wird die Familie Opfer eines willkürlichen Gewaltverbrechens, verübt von Mitgliedern einer Gang. Benny Mongrel, gerade aus dem Gefängnis entlassen und als Wachmann tätig, schöpft Verdacht, als er beobachtet, wie die Gangster in Burns luxuriöses Haus einsteigen, Schüsse fallen und beide nicht wieder auftauchen.
Burns Inkognito droht aufzufliegen, und es beginnt ein aufreibendes Katz-und-Maus-Spiel mit Gatsby, einem bigotten, rassistischen Polizisten, der seinerseits die staatliche Antikorruptionseinheit im Nacken hat. Ein atemloser Showdown führt mitten ins Gangland, in die Cape Flats, die riesigen, labyrinthischen Vorstadtslums ...

Bewertung

Das Buch besticht durch seinen harten Inhalt. Sind es die Gespräche, oder die Taten, Roger Smith benutzt sehr harte Worte und Bilder. Deswegen schon mal vorab gesagt: das ist kein Buch für schwäche Gemüter. Kinder, die erbarmungslos erschossen werden, Frauen, die nur verprügelt werden und viele andere brutale Geschehnisse liegen einem nach der Lektüre des Buches schwer im Magen. Smith hat seinen ganz eigenen Schreibstil, er schreibt so eindringlich, dass man das Gefühl hat den Geruch in den Slums von Kapstadt fast riechen zu können. Schwächen finden sich aber auch in diesem Buch. Smith verwendet ein paar typische Begriffe für Kapstadt, wie "Bure" oder "Veld". Denkt man bei "Veld" erst an einen Rechtschreibfehler, erkennt man nach Recherchen, dass es sich um einen Begriff für die abgelegenen Regionen im östlichen Binnenland Afrikas handelt.
Die Charaktere bleiben alle etwas im Dunkeln. Viele sympathische Charaktere lassen sich in diesem Buch auch nicht finden. Einzig die Kinder, die alle Opfer sind, lassen beim Lesen Mitgefühl aufkommen. Sonst bekommt man viele gestrandete Charaktere serviert, wie Frauen, die für Drogen ihren Körper verkaufen, korrupte Bullen oder verschieden Gang-Mitglieder aus zwei rivalisierenden Gangs in Kapstadt. Der Show-down des Buches wird unter vier Personen ausgetragen: Jack Burn, dem korrupten Bullen, Gatsby, dem Ex-Häftling, Gang-Mitglied Benny Mongrel und dem Sonderermittler Disaster Zondi, der hinter dem Bullen Gatsby her ist. Ein wichtiges Thema des Buches ist auch die Hautfarbe. Bei jeder neu eingeführten Person wird die Hautfarbe erwähnt, oder ob er ein Mischling ist.
 
Fazit

Roger Smith, der selber in Kapstadt lebt, hat ein eindrucksvolles Bild von der Stadt erschaffen. Einladend wirkt Kapstadt nach der Lektüre des Buches nicht mehr, aber durch seine eindringliche Schreibweise hat man das Gefühl Kapstadt zu kennen. Bei diesem Buch wäre ein Aufkleber gut, aufdem FSK 16 draufstünde, da dieses Buch doch eine außergewöhnliche Härte hinlegt, die auch noch sehr plastisch beschrieben ist.

4 von 5 Punkten

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