Sonntag, 2. Dezember 2012

Rezension: Homo Faber (Max Frisch)

Suhrkamp Verlag
Taschenbuch, 203 Seiten
ISBN-10: 3-518-36854-0
8,00 €


Ein kurzer Einblick

Als das Flugzeug, mit dem Walter Faber unterwegs ist, notlanden muss, lernt er den Deutschen Herbert kennen. Dadurch, dass sich eine Beziehung von Herbert zu einem früheren Freund von Walter herausstellt, ändert Walter seine Reisepläne. Seine gesamten Pläne geraten durcheinander und eine Bekanntschaft, die er auf einem Schiff nach Europa macht, bringt schließlich sein gesamtes Leben durcheinander…
 
Bewertung

Es ist eine interessante Geschichte, die Max Frisch in diesem Roman erzählt. Walter Faber ist ein rationaler Typ, der mit beiden Beinen im Leben steht. Durch Zufälle, die ihn wieder Verbindungen zu seiner Vergangenheit aufbauen lassen, kann der Leser mit nachvollziehen, wie sich diese Standhaftigkeit auflöst und Walter immer mehr dazu hin verleitet wird über den Verlauf und seine Einstellung zum Lebens nachzudenken. Interessant ist hierbei der Gegensatz zwischen Walter selbst, der daran glaubt, dass alles rational zu regeln ist, und den Zufällen, die ihm selbst demonstrieren, dass eben nicht alles rational zu erklären ist.
Walter Faber erzählt in diesem Roman zwei Stationen aus seinem Leben. Im zweiten Teil gibt es dann auch aktuelle Tagebuchaufzeichnungen von ihm selbst, die in die einzelnen Erzählpassagen eingeschoben werden. Dadurch kommt es zu Zeitsprüngen. Diese tauchen auch im ersten Teil auf, wenn Walter sich bei Erzählungen an Früher erinnert und dann eine Erzählung aus der Vergangenheit einschiebt. Die Zeitsprünge sind aber keinesfalls störend, sondern steigern eher noch die Spannung, die den gesamten Roman durchzieht.
Walter ist keine Figur, die dem Leser sofort sympathisch erscheint, doch kann man sein Handeln und Fühlen vor allem durch die sachliche Beschreibung nachvollziehen und versteht sein Elend und seine Gewissensbisse, die sein Leben aus den Fugen geraten lassen.

4 von 5 Punkten

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