Montag, 10. Dezember 2012

Rezension: Heldenmutter (Wolfgang und Heike Hohlbein)

Bastei Lübbe
Taschenbuch, 655 Seiten
ISBN: 9783404206131
9,99 €


Ein kurzer Einblick

Eigentlich ist Lyra nur ein armes Bauernmädchen, doch dann findet sie das Kind der erschlagenen Elfenprinzessin und muß fliehen. Denn dieses Neugeborene wird gejagt, weil eine alte Prophezeiung es zum Befreier des Landes erklärt. Um dem Kind ein Leben in Krieg und Kampf zu ersparen, greift Lyra selbst zum Schwert. Gegen den übermächtigen Feind steht ihr nur ein Helfer zur Seite – der mächtige Zauberer Dago. Doch kann sie einem Mann vertrauen, der aus den Nichts zu kommen scheint?  

 

Bewertung

Wolfgang Hohlbein erzählt in "Die Heldenmutter" die Geschichte einer Frau, die über sich selbst hinaus wächst und zur Heldin wird. Dabei bedient er sich allerhand Klischees, wie zum Beispiel, dass Lyra nur ein armes Bauernmädchen ist und die Welt um sich herum gar nicht kennt. Als zwei Fremde auf dem Hof auftauchen, eine hochschwangere Elbin und ein Skruta, ähnlich einem Barbar, gerät Lyras Welt aus den Fugen. Lyra, selbst schwanger, verliert ihr Kind, der Hof wird überfallen und nun muss sie sich dem Kind der Elbin annehmen. Wie der Titel ja schon verrät, wird Lyra zu einer Art Heldenmutter. Das Kind der Elbin ist der Retter aus einer alten Legende, da er aber nur ein Säugling ist, legt Lyra im wahrsten Sinne des Wortes die Rüstung an und wird damit zur Erretterin beziehungsweise zur Heldenmutter. Unterstützt wird sie dabei von Dago, einem Mann, der wie aus dem Nichts auftaucht und ihr zur Seite steht. Hohlbeins Charaktere in diesem Buch kann man nicht als vielschichtig bezeichnen, einzig Dago wirkt auf den Leser faszinierend, da man einfach nicht schlau aus ihm wird. Lyras Naivität geht einen am Anfang des Romans doch sehr auf die Nerven, auch ihr gescheiterter Fluchtversuch aus der Burg der Zwerge wirkt eher lächerlich auf den Leser. Zwar verzichtet Hohlbein damit auf das Klischee des strahlenden Helden, aber ein bisschen weniger Naivität hätte es trotzdem sein können. Wie gesagt, es gibt keine wirklich facettenreichen Charaktere, dafür aber sehr viele unterschiedliche. Der Zwerg Schwarzbart, der Skruta Bjaron, der Elb Harleen, alle Charaktere weisen eine eigene Geschichte auf, warum sie Lyra helfen oder weshalb sie gegen ihr Vorhaben sind. Leider werden die Charaktere nur oberflächlich behandelt. Ein weiterer Kritikpunkt ist das immer gleiche Schema, nach dem die Geschichte voran schreitet. Lyra spürt etwas, bekommt eine Vision und dann folgt die Handlung. Mag dies am Anfang noch nicht so stören, wirkt sich dies im Laufe des Romans einfach ein bisschen einschläfernd aus, der Leser weiß dann einfach, was passieren wird.

Fazit
 
Trotz dieser Schwächen kann man das Buch gut lesen. Gerade das Ende ist sehr gelungen und hält für den Leser eine Überraschung parat. Auch am Ende wird nochmal sichtbar, was eine Heldenmutter eigentlich ausmacht und das hat Hohlbein sehr gut hervorgehoben.
"Die Heldenmutter" ist High-Fantasy, die man mehr oder weniger gut weglesen kann. Der Roman hat Schwächen, aber auch starke Stellen, deswegen bekommt der Roman von uns

3 von 5 Punkten

Wir danken Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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