Dienstag, 18. Dezember 2012

Rezension: Harry Hole 7. Schneemann (Jo Nesbø)

Ullstein 
Hardcover, 496 Seiten
ISBN: 978-3548281230
19,90 € (Taschenbuch 9,95 €)

 
Ein kurzer Einblick

Ein Serienmörder verbreitet Angst und Schrecken, seine unschuldigen Opfer: junge Mütter. Auf der fieberhaften Jagd nach dem unheimlichen Schneemann kämpft sich Kommissar Harry Hole durch ein Labyrinth aus Verdächtigungen und falschen Spuren. Immer neue Morde geschehen. Als Hole selbst ins Visier des Killers gerät, entwickelt sich ein gnadenloses Duell.
Vier Frauen werden brutal ermordet, und als Visitenkarte hinterlässt der Mörder in ihren Gärten einen Schneemann. Harry Hole und seine neue Kollegin Katrine Bratt vermuten bei ihm ein Trauma. Warum sollte er sonst ausgerechnet junge Mütter töten? Eine Fährte nach der anderen erweist sich als falsch. Kurzzeitig verdächtigt Harry sogar die neue Kollegin. Doch dann kommt er dem Geheimnis einer der Frauen auf die Spur und erkennt das Motiv - und was auf dem Spiel steht. Doch erst als Harry sich seine eigene Lebenslüge eingesteht, tritt der Mörder aus dem Schatten. Denn nun steht er seinem entscheidenden Opfer gegenüber: Harry Hole. Jo Nesbøs Kriminalroman Schneemann erzählt eindrucksvoll von der zerstörerischen Macht der Lüge.

Bewertung

Mit seinem neuen Krimi um den Osloer Kommissar Harry Hole hat Jo Nesbø ein spannendes und mitreißendes Buch geschrieben, das man kaum noch aus den Händen legen kann, wenn man es erst einmal angefangen hat.
Die Geschichte des Buches ist sehr klar und strukturiert erzählt. Bis auf ein paar Rückblenden sind die Kapitel nach den Tagen der Ermittlung aufgezählt. So kann der Leser gut den Ermittlungsfortschritten des Kommissars folgen und sich gleichzeitig selbst Gedanken machen, wer der Mörder sein könnte.
Die Handlung im Allgemeinen ist bis auf ein paar Sachen gut nachvollziehbar, doch leider lässt das Ende einen etwas bitteren Nachgeschmack zurück. Nesbø sorgt zwar dafür, dass es spannend und spektakulär ist, aber es kommt ziemlich übertrieben daher und passt nicht so recht in das Gesamtbild des Buches, das doch eher recht bodenständig ist.
Jo Nesbøs Hauptprotagonist Harry Hole ermittelt in diesem Buch schon an seinem siebten Fall. Vorkenntnisse vorheriger Bücher benötigt man aber nicht, da auf alles wichtige, das vorher geschehen und für dieses Buch relevant ist, eingegangen wird.
Harry selbst ist ein typischer Polizist, wie er auch in vielen anderen Kriminalromanen vorkommen könnte. Er ist der Typ „einsamer Wolf“, der immer wieder mit den Geistern seiner Vergangenheit zu kämpfen hat. So muss er sich immer wieder dem Teufel Alkohol stellen und einer zerbrochenen Liebe, auf die er immer noch hofft. Bis auf diese kleinen Klischees sind die Charaktere aber sehr tiefgründig und sorgsam ausgearbeitet. Es macht Spaß und es ist spannend, sich mit ihnen auseinanderzusetzten und immer neue schmutzige Geheimnisse aufzudecken.
 
Fazit

Das Preis-Leistungs-Verhältnis des Buches ist gut, doch wurde auch hier mal wieder gespart. Das obligatorische Lesebändchen, das man sehr oft in Hardcover Büchern findet, ist hier nicht dabei. Erwähnenswert ist aber der schöne Einband unter der Schutzhülle. Er ist silber-glänzend und wenn man das Buch beim Lesen unters Licht hält, kommt einem der Gedanke von glitzerndem Schnee in den Sinn.

4 von 5 Punkten

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