Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Grim 1. Das Siegel des Feuers (Gesa Schwartz)

Egmont LYX
Hardcover, 688 Seiten
ISBN: 978-3-8025-8303-2
19,95 €


Ein kurzer Einblick

Jahrhunderte sorgte das Steinerne Gesetz dafür, dass niemals ein Mensch von der Existenz der Gargoyles erfuhr. Der Gargoyle Grim ist Wächter dieses Gesetzes – doch dann verbündet er sich mit dem Menschenmädchen Mia, einer Seherin des Möglichen, um das Geheimnis eines alten Pergaments zu ergründen. Sie sind einem Geheimnis auf der Spur, das die Grundfesten der Welt erschüttern könnte.

Bewertung

Romantic Fantasy – das Steckenpferd des LYX Verlages. Doch mit dem Genre hat „Grim“ nur ganz entfernt etwas gemein, umso mehr sticht dieser Roman aus dem Verlagsprogramm hervor. Und wenn ich schon beim Thema bin: „Grim“ ist der Debütroman von Gesa Schwartz, der auch noch gleich als Hardcover erscheint. LYX muss wirklich große Stücke auf diesen Roman halten – und das nicht zu unrecht!
Widmen wir uns dem Rezept, erste Zutat: Weltenbau. Gesa Schwartz hat eine faszinierende Welt erschaffen und gewinnt sogar noch den Parallelwelten neue Aspekte ab. So existiert neben der Welt der Menschen nicht nur eine zweite phantastische Welt in ungeahnter Vielfalt, sondern ein uralter Zauber, der diese beiden Reiche vor Jahrhunderten trennte. Denn Gargoyles und Menschen lebten einst zusammen ... Und das aus einem ganz pragmatischen Grund, den ich hier nicht verraten möchte. Die Ausarbeitung der Wesen und der Detailreichtum der Vorstellungen von Wesen, Magie und Integration der Wesen in die Welt der Menschen merkt man dem Roman schon den ersten Seiten an. Die Autorin hat ihrer Geschichte eine Vergangenheit gegeben, die der Handlung im Vornherein Wandlung und Entwicklung gibt. Zweite Zutat: Charaktere. Es sind nicht die aalglatten Figuren, die aus dem Nichts erschaffen in ein Kostüm feiner Unterschiede gepresst wurden und danach eine Vergangenheit bekamen. Die Vielfalt ist von Anfang an da. Gargoyle ist nicht gleich Gargoyle. Wissen ist nicht gleich sicheres Wissen. Und auch Mensch ist nicht gleich Mensch. Das Grundgerüst der ersten beiden Zutaten ist ziseliert fein, ohne sich aber in unnötigen Spielereien zu verlieren. Und darauf baut Gesa Schwartz erfolgreich auf. Es folgt: Versüßung vorhandener Zutaten. Figurentiefgang, sympathische Charaktere und Charakterwandel machen die Handlung neben tollen Ideen und beeindruckenden Sprachbildern aus. Es macht einfach Freude Grim und Mia durch ihr Abenteuer zu begleiten. Dritte Zutat: Handlung. Die Handlung ist genau der richtige Balanceakt zwischen gutem Lesespaß und der Frage nach: Wie geht es weiter? Vieles kann man erahnen, doch mit genauso vielem wurde ich überrascht. Gelungene Wendungen tragen da wohl die Schuld. Eine Schuld, die in vielen Romanen leider vermisst wird. Die ein oder andere amüsante Szene lockert das Ganze noch etwas auf und fertig ist das Rezept eines erfolgreichen Romans!
Die Bemerkung Weitere Romane sind in Vorbereitung lässt auf ein baldiges Wiedersehen mit Grim und Mia hoffen. Wer sich nun abgeschreckt fühlt von einer möglichen Fortsetzung, den kann ich an dieser Stelle beruhigen. Der Roman ist in sich abgeschlossen.

Fazit

Gesa Schwartz hat einen beeindruckenden Debütroman vorgelegt, der sowohl sprachlich, als auch in der Umsetzung überzeugt. Grim und Mia sind zwei Figuren, denen ich nur allzu gern weiter folgen würde. Jedem Fantasy-Freund kann ich „Grim“ nur empfehlen.

5 von 5 Punkten

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