Sonntag, 2. Dezember 2012

Rezension: Glennkill (Leonie Swann)

Goldmann
Taschenbuch, 376 Seiten
ISBN-10: 3442464153
8,95 €


Ein kurzer Einblick

Schäfer George Glenn liegt tot, mit einem Spaten, der in seiner Brust steckt, auf der Weide. Seine Schafsherde kann es nicht fassen. Wer hat bloß ihren Schäfer umgebracht? Und was geschieht jetzt mit ihnen nach Georges Tod. Gut, dass George seinen Schafen immer vorgelesen hat, so wissen sie zumindest in etwa, wie sie vorgehen müssen, um Georges Tod aufzuklären...

Bewertung

Es ist eine originelle Idee, die Leonie Swann in ihrem Debütroman niedergeschrieben hat: Eine Geschichte darüber, wie Schafe versuchen einen Mord aufzuklären, erzählt aus der Sicht der Schafe. Der Leser bekommt dadurch Einblicke, über die er wohl in seinem Leben noch nie nachgedacht hat. Wie sehen Schafe eigentlich die Welt um sie herum? Und wie läuft wohl das Zusammenleben in einer Schafsherde so?
Um dies kennen zulernen, muss der Leser sich natürlich auch mit den verschiedenen Schafen einer Herde auseinandersetzen. Dabei lernt er die verschiedensten Schafcharaktere kennen. Da gibt es das schlauste Schaf von ganz Glennkill, Miss Maple, oder auch den dicken Widder, Mopple the Whale, der sich alles merken kann, was er einmal gehört hat. Schon allein dadurch, dass der Leser die Besonderheiten der Schafe immer besser kennen und lieben lernt, lohnt es sich schon fast das Buch zu lesen.
Es ist lustig, einmal die Dinge aus Sicht von Schafen zu betrachten und zu sehen, welche menschlichen Eigenschaften und Geschehnisse von außen her betrachtet schwer nachvollziehbar sind. Häufig muss man über den Umgang der Schafe untereinander oder auch über die Eigenschaften einiger Schafe lachen. Dennoch ist der Roman nicht in dem Maße lustig, dass man sich ständig vor Lachen nicht mehr halten könnte. Denn vor allem, nachdem der Leser alle lustigen Eigenarten der Schafe kennen gelernt hat, verliert die Geschichte an Witz.
Zudem ist es zum Teil anstrengend zu lesen, wenn sich die Schafe zum zigsten Mal über Dinge den Kopf zerreißen, die für Menschen eigentlich völlig klar sind. Das macht das Buch in der Mitte etwas langatmig. Dann hat man die Schafe nämlich bereits kennen und lieben gelernt und zudem gibt es bereits einige Indizien, die die Schafe bloß noch nicht verstehen können. Zudem verlieren sich die Schafe in immer mehr Handlungssträngen, die die Lösung des Falls nicht voran bringen. Daher sollte man im mittleren Teil nicht zu viel Krimi, sondern eher Humor erwarten, der sich allerdings auch in Grenzen hält.
Vor allem zum Schluss hin wird der Roman zudem in hohen Maße unrealistisch. Da gibt es doch einige Zufälle zuviel, die dazu führen, dass sich die Schafe in der menschlichen Welt zurechtfinden.

2 von 5 Punkten

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