Sonntag, 2. Dezember 2012

Rezension: Gesellschaftsspiele (Louise Jacobs)

Fahrenheit 
Hardcover, 304 Seiten 
ISBN: 9783940813176 
17,95 € 

Ein kurzer Einblick

Wen der Kunstbetrieb einmal in seinen Klauen hat, den lässt er so schnell nicht wieder los. Um sich voll und ganz auf seine Malerei konzentrieren zu können, zieht sich Leo Becker in sein Atelier im Ruppiner Land zurück. Allein mit sich und seiner Kunst bereitet er sich auf die Chance seines Lebens vor – eine Ausstellung im Metropolitan Museum in New York. Doch die Berliner Kunstszene und ihre Verlockungen lassen sich nicht auf Dauer fernhalten. Und auch in der Liebe findet Leo keinen Halt. Denn Rahel, seine Frau, hat nicht nur eine Affäre, sondern droht Leo endgültig an den Kunstmarkt zu verkaufen. Verzweifelt wendet sich Leo seiner ehemaligen Geliebten zu. Doch wie soll sich das einst so abrupt zerbrochene Verhältnis wieder herstellen lassen? Zerrissen zwischen den beiden Frauen, zwischen seiner Kunst und den Verheißungen des Ruhms wird Leo zum gehetzten Wild einer Gesellschaft, die keine Gnade kennt, und die einen Menschen genauso schnell fallen lässt, wie sie ihn zu ihrem Gott erklärt hat …

Bewertung

Jeder Mensch träumt davon seine Träume zu verwirklichen. Aber was passiert mit einem Menschen der seinen Traum verwirklicht hat? Genauso geht es Leo Becker, einem gefeierten Künstler. Er hat es geschafft einen ganz großen Auftrag an Land zu ziehen. Zwölf Bilder von ihm sollen im Met in New York ausgestellt werden. Zeit dafür hat er neun Monate. Ansich ist die Ausstellung eine große Ehre für ihn, aber immer mehr fühlt er sich davon eingeengt. Er kann nicht mehr so arbeiten wie er möchte, sondern steht permanent unter Zeitdruck. Immer mehr wird ihm klar, dass er nicht mehr der Mensch Leo Becker ist, sondern nur noch die "Marke".
Leo ist ansich ein typischer Künstler wie man ihn sich vorstellt. Exzentrisch, egoistisch und sehr wankelmütig. Obwohl er Ecken und Kanten hat, bleibt er in der ganzen Geschichte sehr oberflächlich. Er wirkt schwammig und seine Beweggründe sind schwer nachvollziehbar. Zwei Frauen spielem in seinem Leben eine Rolle. Seine Ehefrau Rahel, die für ihn arbeitet, und dafür mitsorgt, dass er Aufträge erhält und seine Jugendliebe Ebba. Die Ehe von Rahel und Leo läuft nicht mehr und beide haben sich auseinandergelebt. Als er Ebba auf einer Party sieht, fokussiert er sich wieder auf sie, und versucht wieder mit ihr Kontakt aufzubauen.
Künstlerische Aspekte werden auch immer wieder aufgegriffen, so kann Leo zum Beispiel einem Bild kein Gesicht geben, wofür seine Ehefrau ihm Porträit gestanden hat. Hier spiegelt sich Leos innere Zerissenheit wieder. Er probiert immer wieder dem Bild ein Gesicht zu geben, scheiter aber an der Aufgabe. Die künstlerische Gesellschaft spielt zwar eine große Rolle in dem Buch, aber auch Leser, die nicht viel von Kunst halten, werden keine Probleme haben sich in das Buch reinzufinden.
Der Titel "Gesellschaftsspiele" bezieht sich auf die "Marke" Leo, die nur dafür da ist Bilder zu produzieren und auszustellen. Dadurch wird Leo zu einem Spielball der Gesellschaft.

Fazit

Meiner Meinung nach hätte man aus dem Buch noch etwas mehr herausholen können. Die Charaktere bleiben zu sehr an der Oberfläche. Zwar wird immer wieder die innere Zerissenheit und die Einsamkeit vorgeführt, doch alles bleibt schattig. Auch sind mir die Charaktere nicht unbedingt sympathisch und bleiben skurill. Das Ende des Buches ist sehr einfach gehalten und der Leser wird mit offenen Fragen zurückgelassen, was meiner Meinung nach kein passender Abschluss ist.

1,5 von 5 Punkten

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