Samstag, 15. Dezember 2012

Rezension: Erdbeerschorsch (Joachim Seidel)

Piper Verlag
Taschenbuch, 224 Seiten
ISBN: 978-3-492-27246-9
8,99 €


Ein kurzer Einblick

Mit Freundin Ada und den beiden gemeinsamen Kindern, Annika und Max, hat es HimbeerToni, Anton Hornig, in der gemeinsamen Wohnung mitten ins Familienleben verschlagen. Fehlt eigentlich nur noch der Ehering an Adas Hand und Antons Leben wäre perfekt. Doch irgendwie sieht seine Angetraute das anders und auch der gemeinsame Familienurlaub läuft alles andere als rund, so dass sich Anton bald in einer völlig neuen Situation befindet…

Bewertung

Knapp zwei Jahre ist es her, da traten HimbeerToni, Anton Hornig, und seine Freunde von der Band Remo Smash in Joachim Seidels Erstlingswerk in das Leben der deutschen Leser. ErdbeerSchorsch lässt den Leser nun die bekannten und lieb gewonnenen Figuren etwa drei Jahre nach den Ereignissen in „HimbeerToni“ wieder begegnen. Hat sich Herr Blümchen im Vorgängerband verabschiedet, wird die Truppe nun durch den ErdbeerSchorsch ergänzt, der einiges zum Tumult in der Geschichte beiträgt.
Außer bei Anton hat sich bei den anderen allerdings in den drei Jahren nicht viel getan, so dass der Leser nur einen reiferen, verantwortungsbewussten Anton verändert vorfindet. Aus dem unbeschwerten Junggesellen ist ein richtiger Familienvater geworden, für den seine Kinder alles bedeuten. Ist er allerdings mit seinen Freunden zusammen, verfällt er gerne wieder in alte Verhaltensmuster und auch sein Verhältnis zu Ada hat sich nicht grundlegend verändert. Ada ist immer noch die dominantere in ihrer Beziehung und das bekommt Anton auch zugleich zu Beginn des Romans zu spüren. Im weiteren Verlauf nimmt dies dann immer mehr etwas unrealistische Züge an, so dass es zum Teil wenig nachvollziehbar ist, wie Anton sich von Ada behandeln lässt.
Hierbei und auch an anderen Stellen wird der zum Teil etwas stark überspitzte Erzählstil von Joachim Seidel deutlich. So sind auch die Charaktere und Geschehnisse zum Teil etwas übertrieben dargestellt. Doch sorgen diese Erzählungen auch für ausgiebiges Schmunzeln beim Lesen. Wenn Anton etwa beim Kindergeburtstag alle Kinder im Smaland abgibt oder Holgi vor lauter Wut eine Blitzanlage zertrümmert, kommt man aus dem Schmunzeln nicht mehr heraus.
Noch stärker als in „HimbeerToni“ ist auch „ErdbeerSchorch“ erneut eine Liebeserklärung an die Musik. So sind auch hier die einzelnen Kapitel wieder mit Songtiteln überschrieben, die im Text zum Teil auch ausschnittweise zitiert und passend zur Situation eingebunden werden.

Fazit

ErdbeerSchorsch lässt den Leser bekannte und liebgewonnene Figuren aus HimbeerToni wiedertreffen, deren Verhalten für einige Schmunzler beim Lesen sorgt. Zum Teil etwas überspitzt, bietet „ErdbeerSchorsch“ eine kurzweilige angenehme Unterhaltung, die besonders bei Musikbegeisterten für viel Freude sorgen kann.

3 von 5 Punkten


Wir danken dem Piper Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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