Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rezension: Du stirbst zuerst (Dan Wells)

Piper
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN: 9783492268585
12,99 €

Ein kurzer Einblick

Michael erwacht in einem Krankenhaus. Was ist in den letzten zwei Wochen geschehen? Er erinnert sich nicht. Er weiß nur, dass mit ihm etwas ganz und gar nicht stimmt. Denn er sieht Monster. Er hört fremde Stimmen in seinem Kopf. Die Ärzte behaupten, er habe Wahnvorstellungen. Doch Michael weiß es besser. Die Monster sind real. Sie verfolgen einen dunklen Plan. Und wenn er den Kampf gegen sie aufnimmt – wer wird zuerst sterben? (Verlagstext)

Bewertung

Nach seiner „Serienkiller-Trilogie“ erzählt Dan Wells nun die Geschichte von dem zwanzigjährigen Michael, der mit einem Gedächtnisverlust in einer Klinik aufwacht. Doch aufgrund seiner Paranoia und seinen Angstzuständen - gepaart mit unvorhersehbaren Gewaltausbrüchen - wird er schon bald mit der Diagnose Schizophrenie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Doch nicht alles, was sein behandelnder Arzt als eine Halluzination abtut, ist auch wirklich eine und als Michael aus der Klinik fliehen kann, muss er sich nicht nur der harten Realität stellen, sondern sich auch den Dämonen seiner Vergangenheit stellen und manche davon haben sich bereits fest in seinem Kopf eingenistet.

Bis auf den Prolog, in dem der Leser bereits mit der ersten Leiche konfrontiert wird, lässt Wells ohne viel Federlesens den Leser in die Welt von Michael eintauchen. Dies gelingt vor allem durch den Ich-Erzählerstil sehr gut. Bereits nach wenigen Seiten beginnt man sich genau wie Michael zu fragen, wer oder was eigentlich real ist. Wells hat dabei einen sehr umgänglichen Charakter geschaffen und der Leser bekommt bereits auf den ersten Seiten mit, dass er gar nicht gewalttätig sein will, aber glaubt, es sein zu müssen, um sich gegen die Gesichtslosen zur Wehr zu setzen.

Der Großteil der Spannung lebt von der Expedition in die Gedanken- und Gefühlswelt von Michael, doch verliert sich Wells nicht in langwierigen und wissenschaftlichen Erklärungen, sondern bleibt seinem flüssigen Schreibstil treu. Actionszenen findet man zwar wenige, doch diese sind durchweg realistisch gestaltet und sorgen ebenfalls dafür, dass die 447 Seiten sich wie im Fluge lesen lassen.

Wie auch bei der Serienkiller-Trilogie wurde für das Cover dieselbe Optik gewählt mit reliefartiger Schrift – der Titel „blutverlaufen“ – und die Seiten sind ebenfalls wieder ausgefranst. Somit weiß der aufmerksame Betrachter sofort, wer das Buch geschrieben hat, auch ohne den Autor lesen zu müssen. Was mir dieses Mal allerdings nicht gefallen hat, war die 'Übersetzung' des Originaltitels "The Hollow City" zu "Du stirbst zuerst". Vielmehr erschien mir diese deutsche Titelwahl geradezu darauf abzuzielen, an die ersten drei Bücher von Wells anzuknüpfen, obwohl es ein eigenständiger Roman ist. Das hat das Buch aber nicht nötig und steht den John-Cleaver-Bänden in Gänze betrachtet in nichts nach!

Fazit
 
Wer Dan Wells bisher gern gelesen hat, wird auch von diesem schaurig-schönen Roman nicht enttäuscht sein!

4,5 von 5 Punkten

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