Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rezension: Dracula - die Graphic Novel (Stooker, Moore, Reppion, Worley)

Panini Comics
SC mit Faltcover, 180 Seiten
ISBN: 978-3862010141
19,95 €
Ein kurzer Einblick

England gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Anwalt Jonathan Harker reist nach Transsylvanien, um die Geschäfte des Grafen Dracula zu führen. Bald muss der junge Mann jedoch feststellen, dass es im Schloss des Grafen nicht mit rechten Dingen zugeht: Unheimliche Erscheinungen trachten Harker nach dem Leben, während der blutsaugende Graf versucht, nach England zu gelangen, um neue Opfer zu finden.

Bewertung

Es gibt wohl niemanden auf der Welt, der ihn nicht kennt. Den Vampirgrafen aus Transsylvanien, der nachts Angst verbreitet und seinen Opfern das Blut aussaugt. Auch Menschen, die den Roman nicht gelesen haben, ist doch zumindest die Figur ein Begriff.
Bram Stokers berühmter Roman ist über 200 mal, mal mehr, mal weniger gut und werkgetreu für Film und Fernsehen adaptiert worden. Hier liegt nun die Bearbeitung als Comic vor. Das vorliegende Werk nicht jedoch nicht die erste gezeichnete Comicadaption von Dracula.
Der Graf hatte in den 70er Jahren seine eigene Serie (The Tomb of Dracula – Die Gruf von Dracula). In der von Marvel Comics herausgegebenen Serie wurde der Graf meistens von ei-ner Gruppe Vampirjäger verfolgt, zu denen auch ein schwarzer Kämpfer namens Blade gehörte. Dieser war dann gut 30 Jahre später, zwar in stark abgewandelter Form auf der Leinwand zu sehen und kämpfte gegen Vampire und im dritten Film sogar gegen den Grafen selbst.
Doch kommen wir zurück zum vorliegenden Comic bzw. Graphic Novel.
Die Geschichte wurde von Leah Moore geschrieben. Der Tochter von Comic Autor Legende Allen Moore (Watchmen, Liga der außergewöhnlichen Gentlemen). Ob sie ihr Talent jedoch von ihrem Vater geerbt hat, kann hier nur schwer beantwortet werden, da sie ja nach einer Vorlage gearbeitet hat. Jedoch kann ich sagen, dass diese Bearbeitung nicht schlecht ist. Alle wichtigen Story Elemente sind weiterhin vertreten.
Die Geschichte beginnt sogar etwas früher, als der Roman. Nämlich mit einem Kapitel, das als „Draculas Gast“ bekannt ist. Einer posthum veröffentlichten Geschichte von Stoker, die einen alternativen Anfang des Romans darstellt. Über die Gründe warum Stoker dieses Kapitel wieder aus dem Roman entfernte gibt es verschiedene Aussagen. Manche sagen, es sei geschehen, da der Roman sonst zu lang gewesen wäre, andere dass es überflüssig für den Roman ist. Jedoch ist es schön für die Fans, dass es für diesen Comic mit bedacht wurde.
Ansonsten halten sich die Macher des Comics eng an Stokers Roman, sodass dieser sich zu-recht als eine der werkgetreuesten Adaptionen bezeichnen darf.
Vielleicht sogar schon ein bisschen zu sehr, da sich für jeden, der den Roman kennt keine Überraschungen bieten.
Schön umgesetzt sind die Szenen in denen Jonathan Harker in Draculas Schloss eintrifft. Hier wird auch ein Element aufgegriffen, dass nur in wenigen Verfilmungen des Romans erscheint. Am Anfang ist Dracula ein alter Mann, der erst im Verlauf der Handlung, durch das Blut seiner Opfer immer jünger wird. Auch das Aussehen Draculas entspricht hier der Beschreibung Stokers.
Auch die Szenen auf Demeter, dem Schiff mit dem Dracula nach England reist, sind schön schaurig. Dracula tötet auf seiner Überfahrt nach und nach die fast gesamte Besatzung des Schiffes. Nur der Captain bleibt am Ende übrig und fesselt sich mit einem Rosenkranz ans Steuer.

Fazit
Für jeden, der den Roman noch nicht kennt und davor zurückschreckt, sich durch 400 Seiten zu arbeiten, eine gute Umsetzung. Für diejenigen, die den Roman bereits gelesen haben, gibt es wenig Neues, aber dafür schöne Bilder.

4 von 5 Punkten

Wir danken dem Panini Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

 Diese Rezension verfasste Ingo Rüdiger für Legimus.

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