Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rezension: Die Sturmjäger von Aradon - Feenlicht (Jenny-Mai Nuyen)

cbt
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten
ISBN: 978-3-570-16033-6
18,95 €


Ein kurzer Einblick

Als die junge Sturmjägerin Hel ausgesandt wird, um vier Dämonen zu finden, steht alles auf dem Spiel: die Zukunft der Magie sowie der Frieden zwischen den Zwergen, Isen und Menschen. Doch dann rettet ihr einer der Dämonen das Leben und stellt sie vor eine schreckliche Entscheidung: ihren Feind zu hassen oder zu lieben. (Buchrücken)

Bewertung

Diese Kurzzusammenfassung der Geschichte ist nicht wirklich passend gewählt. Als das fliegende Sturmjägerschiff, auf welchem die junge Hel arbeitet, abstürzt, überlebt sie als Einzige, wird von einem mysteriösen Fremden verarztet und begleitet ihn bis zur nächst größeren Stadt. Als sich dort ihre Wege trennen, beginnt für Hel eine Reise, die sich durch die gesamte Geschichte zieht und in einem offenen Ende gipfelt. Sie findet später zwar heraus, dass dieser Fremde einer der gesuchten Dämonen ist, aber dass sie sich zwischen Hass oder Liebe entscheiden muss, habe ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt.

Diese besagte Reise ist der Kern der Geschichte und die Begleitumstände sollten Fantasy-Fans überaus bekannt vorkommen: Neun Gefährten auf einer gefährlichen Mission, die das Schicksal der Welt verändert wird… Ein Zauberer, eine Zwergin, der Vertreter eines geheimnisvollen Volkes, eine kleine Heldin, die mit ihrer Gabe eine zentrale Rolle in der Geschichte spielt und einen „persönlichen Leibwächter“ und Freund an ihrer Seite hat, sowie noch vier Menschen, die für die Sicherheit der Truppe zuständig sind. Wer dann noch den Namen der Stadt Gondurill auf der wunderschönen Karte liest, die am Anfang des Buches zur besseren Orientierung dient und unweigerlich an Gondor und Anduril denken muss, dem ist spätestens dann klar, dass hier – gewollt oder ungewollt – viele Parallelen zu Tolkiens „Herr der Ringe“ auftauchen.

Ich habe wirklich lange beim Lesen überlegt, ob mir dieser Umstand nun missfällt oder nicht. Da mir aber sowohl die Story als auch die einzelnen Charaktere sehr gefallen haben, habe ich mich dann schlussendlich sogar gefreut, wenn ich wieder einen bekannten Aspekt gesehen habe. Die Autorin hat aber auch Probleme unserer Welt angesprochen: z.B. die Ausbeutung der Natur, Rohstoffknappheit und Vorurteile ethnischen Minderheiten gegenüber. Sie geht mit diesen Themen sehr sensibel um und hat sie sehr geschickt in die Geschichte und die Reise der Gefährten eingeflochten. Manchen Lesern mag diese Reise vielleicht zu lang vorkommen, dass zwischendrin nicht wirklich etwas Aufregendes passiert, doch für mich war sie gerade in Hinblick auf die Entwicklung der Protagonisten sehr wichtig.

Das Ende bzw. der Epilog ist dann ein kleiner Höhepunkt, da es uns die Gedanken des Dämons – wie bereits in kleinen Zwischenkapiteln über den Roman verteilt – näher bringt und mit einem wahrlich offenen Ende aufwartet. Aufgrund der bisherigen Ereignisse in „Feenlicht“ kann ich es kaum erwarten, den zweiten Teil „Magierlicht“ zu lesen.

Eine besonders schöne Ergänzung soll auch nicht ungenannt bleiben. Wem die wirklich detailverliebten Beschreibungen der einzelnen Figuren nicht ausreichen, um sich ein geistiges Bild von ihnen zu machen, der findet von 10 Figuren sehr schöne Schwarz-Weiß-Zeichnungen am Ende des Romans. Zusammen mit der erwähnten Karte am Anfang des Buches und dem – wie ich finde – einfach atemberaubenden Cover, runden diese Zeichnungen den Roman zu einem absolut kreativen Must-Have ab.

Fazit

„Die Sturmjäger von Aradon – Feenlicht“ ist ein grundsolides Fantasywerk, dem man auf jeden Fall seine Aufmerksamkeit schenken sollte.

4,5 von 5 Punkten

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