Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Die Ernten des Schreckens (Markus K. Korb)

Atlantis
Paperback, 200 Seiten
ISBN: 978-3-941258-19-8
12,90 €

Ein kurzer Einblick

Geschichten im Themenfeld des Krieges versammeln sich in der vorliegenden phantastischen KG-Sammlung. Markus K. Korb beleuchtet Kriegsereignisse aus einer gänzlich ungewöhnlichen Sichtweise – Aus den Augen eines Phantasten.

Bewertung

Der Krieg ist ein Thema, an das man nicht leichtfertig herangeht. Tausende unschuldige Leben – heutzutage oftmals in der zivilen Bevölkerung – werden mit geringem, aber umso menschenverachtenden Waffen geopfert. Dementsprechend umsichtig sollte man mit darin angesiedelten Geschichten umgehen. Markus K. Korb ist dies gelungen. Seine Geschichten im Umfeld des Krieges verharmlosen nicht, sondern bringen die nötige Umsicht und Schärfe mit. Gewalt wird in keiner Geschichte Mittel zum Zweck. Und dennoch ist genug Platz, um das Phantastische nicht gänzlich zu verbannen. Immer wieder blitzt das Übernatürlich, die besondere Sichtweise Korbs durch.
Düstere Szenarien in all ihrer brutalen Wahrheiten schildern überzeugende Kriegsszenarien, die nicht immer direkt auf dem Schlachtfeld angesiedelt sein müssen. Auch Randgeschichten des Krieges, Folgeerscheinungen einer von Seuchen verheerten Landschaft für die Bevölkerung, Menschen, die nichtsahnend in Kriegstestgebiete gelangen, verdienen ihr unverhohlenes Augenmerk. Korb legt eine Vielfalt an Geschichten und Ideen vor, dass dem Leser garantiert nicht langweilig werden kann. Die ersten beiden Weltkriege werden genauso behandelt, wie weit vergangene und zukünftige Kriegsszenarien.
Doch was sind derartige Szenarien ohne glaubhafte Figuren? Die Charakterisierung, die Nähe des Lesers zum Protagonisten ist Korb bestens gelungen. Unnachahmlich verschafft er eine Nähe zu den Charakteren, die den Leser in die Geschichte hineinzieht und präsentiert ein jeweils passendes Bild: gefühlsbetont, dramatisch, geheimnisvoll ...

Die drei nennenswertesten Geschichten sind „Eisenfresser“, eine Story, die mit SF-Elementen aufwartet, „Meister Wieland“, eine Story, die zeigt, dass es immer Menschen gibt, die aus allen Situationen Geld machen, so schmutzig und widerlich das Geschäft auch ist, und „Ins dunkle Herz“, eine Story, die zur Zeit Neros spielt und verrät, warum der Mensch nicht anders kann, als Krieg zu säen.
Keine der vorliegenden Geschichten ist nachteilig aufgefallen. Alle der Geschichten können auf die ein oder andere Weise überzeugen.

Fazit

Markus K. Korb, der schon längst kein Unbekannter mehr in der Phantastikszene ist, beweist mit vorliegender KG-Sammlung abermals sein schreiberisches Können.

4 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen