Freitag, 14. Dezember 2012

Rezension: Die Erde und die Außerirdischen (Peter Dehmel (Hrsg.))

Wurdack
Taschenbuch, 140 Seiten
ISBN 978-3-938065-85-3
9,95 €


Ein kurzer Einblick

Gibt es Leben auf anderen Planeten, in anderen Galaxien? Ausgerüstet mit modernster Technik, suchen Wissenschaftler nach einer Antwort auf diese Frage. Das kann dauern. So lange jedoch können und wollen SF-Autoren nicht warten. Sie lassen ihre Phantasie spielen und liefern uns spannende Geschichten darüber, wie denn Begegnungen mit Außerirdischen ablaufen könnten – oder vielleicht sogar schon stattgefunden haben? Eins sei gesagt: es sind keine Star Wars … 

Bewertung

Im Wurdack Verlag erschienen acht Science-Fiction-Kurzgeschichten fünf polnischer Autoren in einer limitierten Auflage von 500 Exemplaren. Die Originalerscheinungsjahre ordnen sich zwischen den 60er und den die 80er Jahren an. Von einem angestaubten Ideenkonzept darf bei »Die Erde und die Außerirdischen« in keinerlei Weise die Rede sei. Das Alter der Storys ist überraschenderweise kaum spürbar; dies spricht für die Qualität der Geschichten. Nicht aus bleibt, dass man die eine oder andere Idee schon gelesen oder im Film gesehen hat. Einfallsreich, unterhaltend und so manches Mal sogar philosophisch angehaucht, entfaltet jede Erzählung ihre eigene Überzeugungskraft. Den meisten Ideen liegt gemeinsam der Kontakt zwischen Menschen und Außerirdischen zugrunde. Abwechslung gibt es jedoch auch hier.

»Die Erde und die Außerirdischen« startet mit Andrzej Czechowskis »Die Wahrheit über den Elekter«, einer mäßig treibenden Geschichte, die dafür umso mehr von einer umgekrempelten Philosophie der Beziehung zwischen Mensch und Roboter lebt. Mit kindlicher Freude und Naivität erzählt Czechowski von einem irdischen Raumfahrer, der auf einem fremden Planeten entdecken muss, dass der Mensch im dortigen Gesellschaftssystem der Maschine untergeordnet ist.
»Die Hand« des Autors Zbigniew Prostak nimmt sich des technischen Ungleichgewichts von Menschen und Alien an. Ein terrestrisches Raumschiff kollidiert mit einem Alienschiff. Da der Mensch nicht in der Lage war der Kollision zu entgehen, sehen die Alien sich in der Schuld den Überlebenden zu helfen, bis ein Rettungsschiff eintrifft.
Janusz A. Zajdels »Die Götter kehren in den Himmel zurück« verortet seine Handlung auf der Erde und begründet den altägyptischen Kult um die Mumien. Anfangs ist völlig unklar, worauf die Geschichte zusteuert. Spätestens, wenn Chifu vor dem Pharao steht und seine unglaubliche Begegnung mit der außerirdischen Rasse erzählt, funktioniert der Aha-Effekt. Mit ihrer scheinbaren Verarbeitung von geschichtsspezifischen Fakten kann »Die Götter kehren in den Himmel zurück« ganz besonders bestechen.
»Die Keule« von Dariusz Filar lehnt sich thementechnisch an »Die Hand« an, legt ihren Bezug aber weniger auf den technischen Aspekt, als zu erforschendes Wesen anzusehen. Ein gigantisches Objekt landet auf der Erde und gibt Militär und Wissenschaftlern ein Rätsel auf. Was hat es mit dem Objekt auf sich?
Acht großartige Science-Fiction-Kurzgeschichten haben den Weg in diesen Band gefunden. Die Vorstellung dieser vier Storys sollte als Anreiz genügen.

Andrzej Czechowski: Die Wahrheit über den Elekter (1974)
Zbigniew Prostak: Die Hand (1976)
Janusz A. Zajdel: Die Götter kehren in den Himmel zurück (1979)
Dariusz Filar: Die Keule (1976)
Jacek Sawaszkiewicz: Die Schaufensterpuppe (1980)
Janusz A. Zajdel: Welcome on the Earth (1981)
Konrad Fiałkowski: Der Gigantomat (1971)
Janusz A. Zajdel: Wildschweine im Kartoffelfeld (1976)

Fazit

Kreativität und Unterhaltsamkeit dürfen allen Geschichten zugesprochen werden. Trotz eines meist ähnelnden zentralen Themas könnten die Ideen kaum unterschiedlicher sein. Science-Fiction-Leser dürften mit dieser Anthologie ihre helle Freude haben.

4 von 5 Punkten

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