Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Die Bücher des Blutes IV-VI (Clive Barker)

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Hardcover, 797 Seiten
ISBN: 978-3899960242
Diese Ausgabe ist vergriffen.


Ein kurzer Einblick

In seinen phantastischen Geschichten beschwört Horrorspezialist Clive Barker mit Wortgewalt das Grauen und geht über alles hinaus, was man sich in den schlimmsten Alpträumen vorgestellt hat. Wer das Risiko eingehen will, daß seine Vorstellungswelt aus den Fugen gerät, wird von diesen Meister-Erzählungen begeistert sein.

Bewertung

Lesestoff für die Tonne ist schlicht und ergreifend nicht vorhanden!
Das Schrieb ich in meiner Rezension zu „Die Bücher des Blutes I-III“. Doch auch zu diesen Büchern trifft der Satz wie die Faust auf das Auge zu. Clive Barker macht das fast Unmögliche möglich: Seine Qualitätsschwankungen bewegen sich zwischen gut und sehr gut. Ein Totalausfall oder auch nur Mittelmaß ist schlicht und ergreifend nicht vorhanden.
Abgründig und grausam, drastisch und blutig, detailreich und monströs.
Das schrieb ich ebenfalls zu den ersten drei Büchern und möchte nun noch einmal diese Aussage bekräftigen. Clive Barker ist und bleibt ein überragendes Leseerlebnis hochkarätigen Horrors. Widerliche Detailbeschreibungen winden sich durch atmosphärisch eindringliche Geschichten ohne zum Splatter gezählt werden zu wollen. Die Geschichten Barkers sind Unterhaltung par excellence auf hohem Niveau zum Gruseln und zum Fürchten gemacht!
Vier Geschichten möchte ich beispielhaft vorstellen:

4. Buch des Blutes

1. Das Leibregime
2. Das nicht-menschliche Stadium
3. Offenbarungen
4. Erscheine, Satan!
5. Das Zeitalter der Begierde

„Das Leibregime“: Der Mensch ohne seine Hände wäre hilflos, sind es doch diese beiden Körperteile, die wir brauchen, um körperlich vernünftig agieren zu können. Doch eben jene Hände sind es, die zur Revolution gegen den Leib aufrufen, sich von ihm trennen wollen. Machtlos schaut der Mensch seine außer Kontrolle geratenen Hände an, schaut mit an, wie sie sich selbst vom Körper abhacken, los schneiden und abreißen. Nichts und niemand kann die flinken Finger an ihrer neuen Freiheit hindern.

„Erscheine, Satan!“: Gregorius fühlt sich von Gott verlassen. So fromm und gottesfürchtig Gregorius nach dieser Erkenntnis wird, es hilft nicht – Gott nimmt ihn nicht wieder in seine Herde auf. In seinem Wahnsinn zu Gott zurück zu finden, wendet er sich Satan zu. Denn Gott würde es doch wohl nicht zulassen, dass Gregorius' Seele Satan zufallen würde? Gott muss doch ein Erbarmen mit ihm haben und seine Seele erlösen? Gregorius baut einen Palast des Schreckens, um Satan zu verführen und Gott herauszufordern.

5. Buch des Blutes

1. Das Verbotene
2. Die Madonna
3. Babels Kinder
4. Leibhaftig

„Die Madonna“: Jerry Coloqhoun möchte ein verfallenes Schwimmbad an Garvey veräußern. Die Methoden sind nicht unbedingt legal, doch das stört Jerry nicht. Dieser Coup muss gelingen! Als Garvey jedoch noch einmal allein das Schwimmbad inspiziert, entdeckt er ein Grauen, das ihm fast seinen Verstand raubt. Im Zentrum des Schwimmbadkomplexes gebärt die Madonna ihre Kinder. Es sind Kreaturen des Schreckens. Was dann mit Garvey passiert, wird ihn für immer verändern.

„Leibhaftig“: Cleveland Smith bekommt einen Zellengenossen: Tait. Tait sitzt für ein Verbrechen ein, das er absichtlich begangen hat, um in eben jenes Gefängnis eingeliefert zu werden, in dem er nun seine Strafe absitzt. Tait sucht etwas, und findet es. Cleve bekommt es mehr und mehr mit der Angst zu tun, als er nächtlich beobachten muss, wie ein Schatten sich Taits bemächtigt. Doch auch die Träume sind beängstigend. Sie entführen Cleve in eine Stadt, in der die Verbrecher nach ihrem Tod eingeliefert werden, um zu büßen, bis sie befreit werden.

6. Buch des Blutes

1. Das Leben des Todes
2. Wie Schänder bluten
3. Festungsdämmerung
4. Die letzte Illusion
5. Das Buch des Blutes (Ein Postskriptum)
6. Auf der Jerusalem-Street

Fazit

Der Meister des Horrors ist der Spezialist des Schreckens und des Grauens. „Die Bücher des Blutes“ sind Pflichtlektüre für jeden Liebhaber des Horrors. In jeder Zeile sitzt das Greuel. Barkers Figuren sind lebendig und glaubhaft. Stephen King könnte die Figuren nicht besser zeichnen! Auch Kurzgeschichtenhasser sind dazu eingeladen „Die Bücher des Blutes“ zu lesen, denn Clive Barkers Geschichten sind meist eher kleine Novellen.

4,5 von 5 Punkten

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