Dienstag, 4. Dezember 2012

Rezension: Die Bibel nach Biff (Christopher Moore)

Goldmann
Taschenbuch, 573 Seiten
ISBN-10: 3442541824
10,90 €


Ein kurzer Einblick

In der Bibel fehlen einige Jahre aus Jesus´ Kindheit und Jugend. Da Levi bar Alphaeus, genannt Biff, seit seiner Kindheit Jesus Christus´ bester Freund war, wird er von dem Engel Raziel aus seinem etwa 2000-jährigem Schlaf geweckt, um eingesperrt in einem Hotelzimmer diese Jahre aus Jesus´ Leben niederzuschreiben. Während der Engel dem Konsumwahn der modernen Gesellschaften verfällt, schreibt der großspurige Biff darüber, wie er seinen naiven und gutherzigen Freund Josua bei der Suche nach dessen Bestimmung unterstützt hat...

Bewertung

Es ist eine originelle Idee, die Christopher Moore in diesem Roman aufgreift. Wenn man recht darüber nachdenkt, ist es wirklich verwunderlich, dass man nach der Geburt eines Messias erst einmal nichts weiter von ihm hört. Die Geschichte, die sich Christopher Moore für diese Zeit ausgedacht hat, könnte in Wirklichkeit so gewesen sein. Josua lebt mit dem Wissen der Messias zu sein und möchte natürlich wissen, was dies bedeutet. Moore hat gut recherchiert, um eine Reise darzustellen, die der junge Jesus unternommen haben könnte, um mehr über sich selbst zu erfahren. Dabei schafft er es, das, was historisch überliefert ist, in origineller Weise mit dem zu verbinden, was seiner Phantasie entsprungen ist. Allerdings gibt es auch offensichtlich Dinge, die Moore erzählt, die so nicht abgelaufen sein können, und die den Leser, der zumindest ein geringes Wissen über das Leben Jesu im Hinterkopf hat, irritieren.
Originell ist es auch diese Geschichte von Jesus´ besten Freund erzählen zu lassen. Ohne Biff wäre das Buch wohl nur halb so komisch geworden. Er sorgt mit seiner großspurigen und frechen Art dafür, dass der Leser geneigt ist, über fast alle seine Taten zu lachen. Er bildet den perfekten Gegenpart zu Josua mit seiner gutherzigen, aber auch naiven Art. Allein durch diese Gegensätze zwischen den beiden Freunden sind viele Lacher garantiert. Eigentlich die ganze Zeit über geht dem Leser nicht das Schmunzeln vom Gesicht und auch einige Lacher sind garantiert. Jedoch hätte ich erwartet, dass man auch einige Male herzhaft loslachen muss, was bei mir allerdings nicht der Fall war.
Dadurch, dass Moore Biff als weitere Hauptperson in seinem Roman auftauchen lässt, ist auch das Ende nicht so vorhersehbar. Wie das Leben von Josua zu Ende gehen wird, ist dem Lesen bekannt und darauf liest er hin, jedoch wird immer noch die Spannung aufrechterhalten, wie wohl Biff gestorben ist und was wohl nun mit ihm passieren wird, nachdem er wiedererweckt wurde.

3 von 5 Punkten

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