Dienstag, 18. Dezember 2012

Rezension: Der Todesflüsterer (Donato Carrisi)

Piper 
Kartoniert, 496 Seiten 
ISBN: 9783492257701 
9,95 €

Ein kurzer Einblick

In einer Waldlichtung bergen Spurensicherer menschliche Gliedmaßen: die Arme von sechs vermissten Mädchen. Für Profiler Goran Gavila und Sonderermittlerin Mila Vazquez steht fest, dass sie es mit einem extrem kaltblütigen Serientäter zu tun haben. Aber sie ahnen noch nicht, wie perfide der gesichtslose Mörder zu Werke geht. Wie ein Marionettenspieler benutzt er andere dazu, seine grausamen Fantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Und auch sie selbst sind längst Figuren eines beängstigenden Spiels geworden, in dem der Gesuchte allen seine makabren Regeln diktiert.
 
Bewertung

Vorsicht! Menschen mit schwachen Nerven sollten dieses Buch nur bei Tageslicht lesen und keinesfalls nachts, wenn sie alleine zu Hause sind. Denn dieses Buch trägt den Namen „Thriller“ zu Recht. Eiskalt wird der Leser auf die Suche nach einem Mörder mitgeführt und erlebt dabei eine Odyssee durch menschliche Abgründe. Profiler Goran Gavila und Sonderermittlerin Mila Vasquez sind die beiden Hauptprotagonisten in diesem Buch. Mila ist spezialisiert darauf verlorene Kinder zu finden und da Gavila es mit sechs verschwunden Mädchen zu tun hat, wird sie hinzugezogen. Außerhalb der Geschichte findet man einen Briefwechsel zwischen einer Justizvollzugsanstalt und einem Oberstaatsanwalt und Abschnitte, in kursiver Schrift gehaltene, die den Blickwinkel von einem gefangenen Mädchen wiedergeben. Wie diese Geschichten mit dem Brief und dem Blickwinkel des Mädchens zusammenhängt, soll hier natürlich nicht verraten werden, aber eins ist gewiss, eine Überraschung, wie alles zusammenspielt, ist garantiert. Carrisi’s Schreibstil ist sehr angenehm, er fesselt und zieht einen in die Geschichte hinein. Er führt einen immer wieder auf die falsche Fährte, schockt einen mit den nächsten Begebenheiten der Geschichte und lässt doch nicht erahnen, wie die Handlung weitergehen kann. Ein weiterer Pluspunkt ist die Vielschichtigkeit seiner Protagonisten. Nicht nur die Hauptprotagonisten sind gut ausgefeilt, auch die Nebencharaktere wirken plastisch und man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen und ihre Beweggründe nachvollziehen. Das Cover in den dunklen Farben und der Hand mit dem Schmetterling ist auch gut gewählt. Es passt zur Geschichte und kann den Leser schon einmal auf die düstere Handlung einstimmen.
Einen kleinen Minuspunkt gibt es trotzdem. Spätestens, als eine Hypnose eingesetzt wird, wirkt die Geschichte ein wenig lächerlich. Hier ist die Einbildungskraft mit dem Autor etwas durchgegangen und das Kapitel findet sich nicht gut in die Geschichte ein. Aber ansonsten gibt es großartig nichts zu meckern.

Fazit

Ein Thriller, wie er düsterer und spannender kaum sein kann. Gemischt mit menschlichen Abgründen erhält man eine Lektüre, die einem die Haare zu Berge stehen lassen!

4 von 5 Punkten

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