Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Der Orksammler (Jens Lossau & Jens Schumacher)

Egmont LYX
Klappenbroschur, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8025-8258-5
9,95 €

Ein kurzer Einblick

EIN NEUER FALL FÜR MEISTER HIPPOLIT UND JORGE DEN TROLL 

Nacht für Nacht verschwinden Soldaten aus einem Heerlager in der abgelegenen Steinwüste von Torr. Bei den Vermissten handelt es sich immer um Orks, und ihre Leichen tauchen später wieder auf - mit herausgerissenem Herzen! An den Tatorten finden sich Spuren von Magieanwendung. Ein klarer Fall für Meister Hippolit und Jorge den Troll. Die beiden Ermittler verfolgen die Fährte des rätselhaften Mörders in die berüchtigte Grabstadt Torrlem. Hier, zwischen Millionen von Leichen, stoßen sie auf ein grauenhaftes Geheimnis ... 

Bewertung

Jorge der Troll und Meister Hippolit genießen noch ihren wohlverdienten Urlaub ihres letzten Falles „Der Elbenschlächter“, als das IAIT, das Institut für angewandte investigative Thaumaturgie, ihren Urlaub vorzeitig beendet. Griesgrämig reisen sie nach Torrlem, in die Stadt des Todes ... und erleben infolge dessen ein Abenteuer, mit dem sie sicherlich nicht gerechnet haben. Vergebliche Liebesmüh, eine tragische Liebesgeschichte und Tierliebe – kann es mehr Liebe auf 320 Seiten geben?
Von Nophelet nach Torrlem. Von Sdooms Vielvölkermetropole zum Leichenumschlagsplatz des Reiches. Krasser hätte ein Settingwechsel nicht ausfallen können. Torrlem ist eine einzige stadtgroße Fabrik, die Leichen Tag und Nacht am Fließband verbrennt, werden die Toten Sdooms doch auch aus allen Winkeln des Reiches per Güterzug hierher transportiert. Riesige Aschehügel und eine ewige Staubschicht auf Straßen und Häusern geben dem Stadtbild ein tristes Bild. Selbst das Bier schmeckt nach Asche, selbst die Haut der Bewohner Torrlems ist grau, selbst atmen muss man die Asche. Hier, am wohl weltgrößten Massengrab, müssen Jorge der Troll und Meister Hippolit ihre Ermittlungen anstellen, denn Meister Hippolits magischen Nachforschungen nach, muss sich in der Stadt des Todes der Orksammler verborgen halten. Die Suche kann beginnen ...
Jorge und Hippolit: Wenig hat sich an ihnen verändert. Nun gut, es ist ja auch kaum Zeit vergangen seid ihrem letzten Fall. Noch immer nutzt Jorge fleißig seine improvisieren Sprichwörter, die jedoch bei weitem nicht mehr so gut zünden und nur noch ab und an zum Schmunzeln anregen. Doch dies sei verziehen, denn Jorge hat seine Tierliebe entdeckt. Sehr zum Leidwesen Meister Hippolits, schleppt Jorge von nun an seine Vulvatte, eine katzengroße nackte Ratte, stets mit sich herum. Jorge und die Vulvatte, ein mehr als schräges Paar, verdammt amüsant. Meister Hippolit, der seinen jugendlichen Körper verachtet, bringt ihm doch kaum noch jemand Respekt entgegen, hat in seinen Lenden frisches Leben entdeckt, schwingt sich zu körperlichen Aktivitäten auf, die er die letzten 30 Jahre vernachlässigte. Zusammen sind die beiden ein ungleiches, aber ein schräges Gespann, das mit Sicherheit für einige lustige Szenen sorgt und stets Überraschungen bereithält.
Hatte ich schon den ersten Roman als Humoristische Fantasy unter dem Deckmantel einer Detektivgeschichte bezeichnet, trifft dies noch immer zu, vielleicht sogar mehr denn je, denn die Welt Sdooms wird infolge des Settingwechsels und des damit verbundenen größeren Einblicks in eine Welt voller merkwürdiger Wesen zugänglicher. Und, dies dürfte bestimmt die Steampunkleser erfreuen, prägt sich auch der Steampunkcharakter in Torrlem weitaus besser aus, bedingt durch die Verbrennungsöfen, die von einer magischen Flamme gespeißt werden, als es das in Nophelet möglich gewesen wäre.

Fazit

Der neue Fall des IAIT für Nophelets kurioseste Agenten hat gegenüber dem ersten keine Einbußen zu verzeichnen. Schlagfertig und im Angesicht des Todes wühlen sie Torrlems Geheimnisse aus der ewigen Asche abertausender von Toten und steigen anschließend grau gepudert ans Tageslicht empor. Jorge der Troll und Meister Hippolit sind ein Detektivgespann, das man sich keinesfalls entgehen lassen sollte!

3,5 von 5 Punkten

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