Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Der Mahatma und der Hase (Henry Rider Haggard)

Edition Phantasia
Klappenbroschur, 120 Seiten
ISBN: 978-3-937897-04-2
11,90 €

Ein kurzer Einblick

Auf der "großen weißen Straße", welche die Verstorbenen aus dem Leben führt, begegnen sich ein weiser Mahatma und ein Hase und beginnen ein Gespräch. In beklemmenden Bildern schildert der Hase seinen schrecklichen Tod bei einer Treibjagd in den Wäldern Englands; der Mahatma hört erschüttert, wieviel Grausamkeit Menschen Tieren antun können.
Henry Rider Haggard, einer der bedeutendsten Autoren des viktorianischen England, wurde mit seinen phantastischen Reise- und Fantasy-Romanen weltberühmt.

Bewertung

Sir Henry Rider Haggard (* 22. Juni 1856; † 14. Mai 1925) war Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Mit seinen Romanen King Solomon's Mines (1885) und She (1886) wurde er weltberühmt. Seine Geschichten um den Abenteurer Allan Quatermain wurden mehrfach verfilmt. Eines seiner unbekannteren Werke ist The Mahatma and the Hare. A Dream Story: Das vorliegende Werk.
Haggards eigener Sinneswandel spiegelt sich in dieser Parabel wieder, war der Autor doch zuvor ein leidenschaftlicher Jäger, bevor er die Jagd strikt ablehnte.
Das Jagen gehört seid Jahrtausenden zum Dasein des Menschen. Die gezielte Jagd als Sport ist jedoch nur reines Vergnügen und und gipfelt im Elend der Tiere. Tierquälerei wird zum Grundstoff des Spaßes deklariert. Und genau darauf weist „Der Mahatma und der Hase“ hin. Lebensecht aus der Sicht des Hasen erzählt, begleitet man das Tier von seiner ersten Erinnerung an bis zu seinem qualvollen Tod. Man schießt auf den Hasen. Man jagt den Hasen. Man hetzt den Hasen. Man hält ihn zum Spaß der Hunde möglichst lange am Leben. Ein Leben der Angst, des Schmerzes, der Folter. Hunde die mit geifernden Mäulern hinter ihm her hetzen. Nimmer ist der Hase sicher. Jeder Tod ist ihm lieber, als von Hunden zerrissen zu werden.
Diese seine Geschichte erzählt der Hase dem Mahatma auf der großen weißen Straße, wo die Seelen der Toten ihre letzte Wanderung unternehmen. Die Straße ist ein Synonym für den Tod, für die Aufgabe, die ein jedes Lebewesen zu Lebzeiten hatte. Der Tod zwischen den Fangzähnen einer Dogge ist jedenfalls kein Lebenszweck.
Auch der Mahatma hat seine Aufgabe. An ihm ist es ... nein, zu viel soll nicht verraten werden. Ein jedes Leben hat seinen Sinn. Der Lebenssinn schwindet jedoch, wenn das Leben zum Vergnügen anderer wird.

Fazit

„Der Mahatma und der Hase“ wandelt irgendwo zwischen einer Parabel, Fantasy, Spiritualismus und der Tierjagd. Wo genau man den Kurzroman ansiedeln möchte ist Geschmackssache, eine gute und zum Nachdenken anregende Geschichte ist es allemal. Eine Geschichte, die die Tierjagd auf lebensnahe Weise verteufelt.

3 von 5 Punkten

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