Sonntag, 2. Dezember 2012

Rezension: Der Fänger im Roggen (Jerome David Salinger)

Rowohlt Taschenbuch Verlag
Taschenbuch, 270 Seiten
ISBN: 978-3-499-23539-9
8,95 €


Ein kurzer Einblick

Der 16-jährige Holden Caulfield ist schon wieder einmal von einer Schule geflogen. Da dies bereits feststeht, sieht er keinen Grund mehr darin noch länger im Internat zu bleiben und reist einfach früher nach New York, in seine Heimatstadt, ab. Doch anstatt nach Hause zu gehen, erlebt er auf sich allein gestellt ein paar Tage in New York…
 
Bewertung

In „Der Fänger im Roggen“ kann der Leser mit Holden ein paar unbeschwerte Tage erleben. Er ist frühzeitig von der Schule abgehauen und niemand weiß, dass er bereits in New York ist. Auch weil er älter aussieht, als er ist, hat er die Möglichkeit auf sich allein gestellt ein paar Tage lang ein freies, unbeschwertes Leben zu leben und nur das zu machen, was er möchte. Er kann mit seinen altklugen Lebensbetrachtungen so tun, als ob er erwachsen wäre, sich zu Drinks verabreden, Mädchen ausführen und sich in Hotels ein buchen. Doch dabei merkt er auch, dass ein so scheinbar unbeschwertes Leben ohne Verpflichtungen ganz schön langweilig und einsam sein kann. In dem er sich zudem verhält wie ein Erwachsener durchblickt er auch einige verlogene erwachsene Abgründe, in die er später einmal nicht verfallen möchte. Doch steht er in seinem Alter gerade an der Schwelle zum Erwachsenenwerden und muss daher aufpassen, welchen Weg er nun einschlägt.
Jerome David Salingers Erzählweise zieht den Leser völlig in seinen Bann und lässt einen jede Empfindung und Verhaltensweise Holdens nachempfinden. Dadurch, dass Salinger es geschafft hat den Roman in so einem Jargon zu schreiben, wie man es von einem 16-Jährigen erwarten würde, hat man ständig das Gefühl Holdens Stimme in seinem Kopf zu hören und man kann sich viel besser mit ihm identifizieren. Aber man erlebt auch, dass ein so scheinbar kühler Rebell doch gar nicht so rebellisch ist und auch auf ganz traditionelle Bindungen und Gesten viel Wert legt. Außerdem kann man mitempfinden, wie sich ein cooler Raufbold doch auch um die schwächeren und vielleicht auch ausgeschlossenen in der Gesellschaft kümmert und eben doch nicht nur an sich denkt, auch wenn er das nie offen zugeben würde.
Man sucht mit ihm das Ziel seiner paar freien Tage und ist immer wieder überrascht, was Holden als nächstes einfällt. Allerdings erlebt man auch, wie jemand durch die Welt irrt, um danach zu suchen, was er mit seinem Leben einmal erreichen will. Das bietet bereits einiges an Spannung, das allerdings am Ende noch durch eine überraschende Wendung übertrumpft wird.

5 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen