Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Delirium (Lauren Oliver)

Delirium
6CDs
ISBN: 978-3-86742-100-3
19,95€


Ein kurzer Einblick

Liebe ist tödlich. Nur wusste das früher keiner. Die Leute strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Liebe als Krankheit identifiziert worden und heilbar. Auch Lena steht ein kleiner Eingriff bevor. Danach wird sie normal sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

Bewertung

Kann Liebe eine Krankheit sein? Sicher, manchmal nimmt sie krankhafte Züge an, wenn man der/dem Liebsten plötzlich hinterherschleicht, weil man denkt, dass er/sie einen hintergeht, oder man bei einer kommenden Trennung Drohungen ausspricht. Aber kann Liebe eine Krankheit sein, die man erfolgreich mit einem Eingriff ausradieren kann?
In der Welt von Lena ist Liebe als Krankheit definiert wurden. Ihr voller Name lautet „Amor deliria nervosa“. Lena steht nun dieser Eingriff bevor, der sie immun für die Liebe machen soll. In ein paar Monaten wird sie 18 und danach soll der Eingriff vorgenommen werden. Ihre Schwester hat ihn erfolgreich hinter sich gebracht. Ihre Mutter konnte nicht geheilt werden, obwohl sie den Eingriff mehrmals über sich ergehen lassen musste und fand den Tod. Lena freut sich auf den Eingriff und ein normales Leben zu führen, wie es die Gesellschaft vorschreibt, aber dann lernt sie Alex kennen und ihr Leben nimmt schlagartig eine Wendung.
Die Synchronstimme ist bekannt, wieder einmal hat Annina Braunmiller, die auch die Bella in den Bis(s)-Filmen spricht, mit ihrer Stimme Leben in eine Figur eingehaucht. Das gelingt ihr wie gewohnt ziemlich gut. Sie schafft es gut, die einzelnen Facetten von Lena hervorzuheben und trifft stets den richtigen Ton.
Die Story ist von der Autorin Lauren Oliver auch gut durchdacht. Nachdem ich zuvor erst eine Dystopie gelesen hatte und danach gleich „Delirium“ gehört habe, war ich skeptisch, inwieweit mich das Hörbuch fesseln könne und ob die Storys wohl Parallelen aufweise. Ich wurde positiv überrascht, denn „Delirium“ war für mich wirklich mal etwas Neues und lag es daran, dass Liebe eine heilbare Krankheit ist.
Die Protagonistin Lena gefällt mir sehr gut, da sie einen ziemlichen Entwicklungssprung macht. War sie zunächst sehr angepasst und wollte immer alles richtig machen, fängt sie nach der Begegnung mit Alex an, selbst nachzudenken. Nach und nach ändert sich ihre Sichtweise dem System gegenüber. Lauren Oliver hat hierbei nichts aus der Luft gegriffen, sondern führt den roten Faden, der Lenas Veränderung bewirkt, geschickt und mit logischen Argumenten ein.
Wie bei vielen Dystopien gibt es auch hier eine Untergrundgesellschaft, die nicht der Meinung ist, dass es der Gesellschaft besser geht, wenn die Liebe behandelt wird, die Partner zugewiesen werden und man fast nichts dem Zufall überlassen soll. In „Delirium“ nennt man sie Sympathisanten und nicht selten werden diese Menschen eingesperrt oder finden den Tod im System. Hier regt das Buch eindringlich zum Nachdenken an, denn man kann sich als (deutscher) Leser nicht wirklich vorstellen, in solch einer Gesellschaft zu leben.
Wie die Geschichte ausgeht, soll hier natürlich nicht verraten werden, aber ich kann versprechen, dass es ziemlich spannend und nervenstrapazierend ist und gerade nach einer Fortsetzung schreit. Auch wird ein großes Geheimnis aufgedeckt und man möchte unbedingt wissen, wie Lena damit weiter umgeht und ob sie, ja, ob sie es schafft (was sie schafft, wird auch nicht verraten).

Fazit


Delirium macht einfach nur Spaß zu hören. Das Hörbuch regt zum Nachdenken an und lässt einen auch nach dem Hören nur schwer wieder los. Die englische Ausgabe ist mit einer „1“ gekennzeichnet, das lässt auf eine Fortsetzung hoffen.

5 von 5 Punkten

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