Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Das Tal des Grauens (Michael Knoke)

Voodoo Press
Paperback, 150 Seiten
ISBN: 978-3-9502701-1-2
12,00 €


Ein kurzer Einblick

In den Appalachen liegt ein Tal, das von ewigem Nebel verborgen ist. Ein Tal, das nicht betreten werden sollte. Die Malecit-Indianer wissen dies, denn sonderbare Legenden ranken sich um das fruchtbare Tal. Dennoch macht sich eine Forschergruppe auf, um dem Tal seine Geheimnisse zu entreißen. Doch sie hätten den Wendigo besser nicht wecken sollen ...

Bewertung

Lovecraft meets Indiana-Mythos. Genauer: Lovecraft meets Wendigo! Michael Knoke hat Ideen des Lovecraft-Mythos aufgenommen und erfolgreich mit dem Indianer-Mythos um den Wendigo verquickt. Beide Themengebiete könnten gruseliger nicht sein, beide könnten perfekter für einen Roman, der auf Atmosphäre setzt, nicht sein.
Ganz klassisch steigt Knoke in die Geschichte ein. Ein mysteriöses Ereignis und das Leben geht vorerst weiter. Ganz normal. Nur die Erinnerung bleibt, nur die Ahnung, dass dieses Ereignis mehr zu bedeuten hat als andere. Behutsam lernt der Leser die wichtigsten Charaktere Dr. Richard Matheson und Running Horse kennen, wird in ihr Leben eingeführt und mit ihnen so gut es geht vertraut gemacht. Immer wieder wird er mit der Nase auf das Kommende gestoßen ohne jedoch allzu viel verraten zu bekommen.
Und dann geht es Schlag auf Schlag!
Wir wissen, dass etwas mit dem Tal nicht stimmt, dass dort ein Grauen lauert, das wir uns nicht vorstellen können und/oder wollen – und dennoch machen wir uns auf den Weg dorthin. Warum? Wollen wir uns unseren Ängsten stellen? Treibt uns die Neugier voran? Wollen wir beweisen, dass es das Übernatürliche nicht gibt – trotz besserem Wissen? Die Forschergruppe treibt – natürlich – der Forschungswille voran und lässt Gefahr nur bis zu einem Maximum zu, das zu bewältigen ist. Doch wieder einmal irrt der Mensch: Es gibt Gefahren, denen wir uns nicht stellen sollten. Und doch wird jedwede Warnung in den Wind geschlagen; oder gehen wir gerade deswegen, um zu zeigen, dass die Warnung unnötig gewesen war? Diese Fragen muss jeder für sich beantworten. Fakt ist jedoch, dass der Wendigo lebendiger ist, als man glauben könnte, dass die Wächter des Tales gefährlicher sind, als man annehmen würde ... und das der Mensch dieses Tal besser nicht betreten sollte. Aus Respekt vor Lebewesen, vor denen der Mensch eine Schnecke ist.
„Das Tal des Grauens“ ist einer jener ruhigen Roman, vor denen man sich ehrführchtig verbeugen sollte, einer jener Romane für jene, die sich in nächtlichen Stunden gerne gruseln. Er baut vollkommen auf Atmosphäre und führt den Leser immer tiefer in Geheimnisse ein, die sich der normale Verstand des Menschen nicht ausmalen möchte. Kein Wunder, dass Running Horse nach seiner ersten Reise in das Tal des Grauens irr aus den Bergen zurückkehrte.

Fazit

„Das Tal des Grauens“ ist eine jener Perlen, die man nur noch selten findet. Klassisch aufgebaut und atmosphärisch eindringlich in Szene gesetzt, könnte man fast Glauben, dass es dieses Tal wirklich gäbe; unter einem ewigen Nebel verborgen. Seien wir also auf der Hut, wenn die fahlen Wesen in unsere Welt drängen! Lest diesen Roman, wenn Ihr wissen wollt, was auf die Menschheit zukommt!

4 von 5 Punkten

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