Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rezension: Das Leben der Anne Frank - Eine grafische Biografie (Ernie Colon/ Sid Jacobson)

Carlsen
Hardcover, 160 Seiten
ISBN: 978-3-551-79185-6
16,90 €

Ein kurzer Einblick

Anne Frank ist eine der bekanntesten historischen Personen des 20. Jahrhunderts. Durch ihr Tagebuch hat sie ihr Leben einem großen Publikum nähergebracht und ist unvergessen. Im Auftrag des Anne-Frank-Museum in Amsterdam haben Sid Jacobson und Ernie Colón die erste umfassende grafische Biografie Anne Franks geschaffen. Angefangen mit der Heirat ihrer Eltern, über Annes erste Lebensjahre in Frankfurt, das Aufkommen des Nationalsozialismus, die Emigration nach Amsterdam, die Jahre im Versteck bis hin zu ihrem tragischen Tod im KZ Bergen-Belsen, der exemplarisch für Millionen Schicksale steht. Diese grafische Biografie ist jetzt schon die wichtigste des Jahres.
 
Bewertung

Kann man ein Buch, welches so unter die Haut geht, als Graphic Novel gestalten. Ja! Colon und Jacobsen haben die Geschichte von Anne Frank und ihrer Familie in einer Graphic Novel beschrieben und haben es so gefühlvoll und ausdrucksstark gemacht, dass man die Graphic Novel erst wieder aus der Hand legen kann, wenn man fertig mit lesen ist. Die Geschichte von Anne Frank fängt in der Graphic Novel damit an, dass Annes Eltern etwas näher beleuchtet werden. Darauf folgen die Hochzeit, die Geburt von Margot und Anne und diverse Umzüge. Man bekommt auch mit, wie Otto Frank für seine Familie sorgt und wie er als Stützpfeiler der Familie fungiert. Als es dann soweit ist und die Familie sich in dem Hinterhaus verbergen muss, nimmt die Graphic Novel eine beklemmende Wendung. Als Leser kann man richtig miterleben, wie eng es in dem Hinterhaus ist und wie vorsichtig sich alle bewegen müssen. Besonders gut herausgearbeitet sind Annes Konflikte gegenüber ihrer Mutter Edith und das Aufkommen der Pubertät. Als die Familie Frank entdeckt wird und in die Konzentrationslager deportiert werden, muss man bei manchen Bildern innehalten und erstmal kräftig schlucken, da ein Gefühl von Beklemmung nicht ausbleibt. 
 
Fazit

Kritik kann man an dieser Graphic Novel nicht üben. Sie geht einem einfach unter die Haut und man hat wirklich das Gefühl in die Bilder eingesogen zu werden und live dabei zu sein. Es mag ein schwieriges Thema gewesen zu sein hier die richtigen Graphiken zu erstellen, die Texte zu den Bildern zu schreiben und auch die Frage was man in die Graphic Novel hineinbringt und was nicht. Colon und Jacobson haben den richtigen Weg gefunden. Sie haben eine Graphic Novel geschrieben, welche sich nach dem Lesen einbrennt und die man noch lange danach mit sich herumträgt.

5 von 5 Punkten

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