Montag, 3. Dezember 2012

Rezension: Das Haus in den Wolken (Judith Lennox)

Piper 
Hardcover, 592 Seiten 
ISBN: 9783492050609 
19,90 €

Ein kurzer Einblick

Bei einer Autopanne an der Küste Devons begegnet Richard Finborough Isabel Zeale, einer jungen Frau von kühler Schönheit aus kleinen Verhältnissen. Umso erstaunter ist der Frauenschwarm und einzige Sohn eines irischen Gutsbesitzers, als sie ihn zurückweist. Fast gegen seinen Willen verliebt er sich in die intelligente, verschlossene Isabel; eine Liebe gegen die Konventionen, die chancenlos scheint und dennoch in einer Ehe mündet, die alle Stürme überdauern wird. Isabel und Richard bekommen drei Kinder und nehmen ein viertes bei sich auf, ihre Londoner Firma floriert - bis der Erste Weltkrieg der glücklichen Zeit ein Ende zu setzen droht. Längst hat Isabel den richtigen Zeitpunkt verpasst, um ihrem Mann ihre Vergangenheit anzuvertrauen. Und das ist nicht das einzige Geheimnis, das Isabel und diejenigen, die sie am meisten liebt, eines Tages einholen wird.

Bewertung

Eine Familiensaga wie sie im Buch steht…und im diesem Buch von Judith Lennox geht es um die Familie Finborough, die eine turbulente Zeit mit vielen Irrungen und Wirrungen in den Jahren 1909 bis 1942 erlebt.
Die ganze Handlung beleuchtet die einzelnen Familienmitglieder der Familie Finborough, einschließlich ihrer Pflegetochter Ruby Chance.
Am Anfang geht es um Richard Finborough und Isabel Zeale. Hier setzt sich Lennox mit den verschiedenen Gesellschaftsschichten auseinander, die auch weiter eine große Rolle in ihrem Buch spielen.
Wenn die Kinder von Isabel und Richard geboren werden, schwenkt der Fokus immer mehr auf sie, und ihre Eltern agieren ein wenig mehr im Hintergrund. Hier kommt es zu ganz, mehr oder weniger, normalen familiären Auseinandersetzungen. Interessant ist hierbei noch, dass alles in der Zeit von den ersten beiden Weltkriegen spielt und diese natürlich auch auf die Familie einwirken.
Schade ist es, dass die Handlung noch mitten im Zweiten Weltkrieg aufhört. Es wär bestimmt interessant zu erfahren gewesen wie die Familie sich nach dem Zweiten Weltkrieg weiterentwickelt hätte.
Bei den Charakteren bezieht sich Judith Lennox mehr auf die Frauen der Familie. Zwar werden die Männer auch gut dargestellt, allen voran Richard, aber deren Charaktere erreichen nicht dieselbe Tiefe wie die der Frauen.
Demnach ist die Veränderung von Richard schwer nachvollziehbar. Erst war er ein liebevoller Mann mit eher romantischen als klassengerechten Vorstellungen und plötzlich steht man einem Patriarchaten gegenüber, der jeden den Rücken zukehrt, wenn er nicht nach seiner Pfeife tanzt.
Durch die Zeitsprünge, die Lennox in ihrer Geschichte macht, bekommt man leider nicht mit wie und warum sich Richard so gänzlich verändert.
Manche Passagen des Buches sind etwas zäh geschrieben. Man hat das Gefühl, dass die Geschichte einfach vor sich hin plätschert und nicht wirklich vorankommt. Zwar passieren einige wichtige Sachen, aber durch den Schreibstil wirken sie manchmal einfach unspektakulär und die Dramatik wirkt nicht so, wie sie eigentlich wirken sollte.

Fazit

Im Großem und Ganzen liefert Judith Lennox mit diesem Buch eine solide Familiensaga ab. Wer die Mischung aus Familiendramatik und Weltgeschehen mag, wird mit diesem Buch seine Freude haben. Für alle anderen ist es ein Lesevergnügen, das manchmal etwas langatmig sein kann.

2,5 von 5 Punkten

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