Dienstag, 18. Dezember 2012

Rezension: Das Geld war schmutzig (Richard Stark)

Zsolnay 
Flexibler Einband, 256 Seiten
ISBN: 978-3552054790
16,90 €

 
Ein kurzer Einblick

Als Touristen getarnt, die den herbstlichen Laubwald Neuenglands bewundern, logieren Parker und seine Freundin in einer Pension in der Nähe der verlassenen Kirche, wo die bei einem Banküberfall erbeuteten Millionen versteckt sind. Aber in der Zwischenzeit ist Dalesia, einer von Parkers Kumpeln, ausgebrochen. Es wimmelt in der Gegend von Polizisten, Parkers Konterfei hängt überall aus, und eine Kopfgeldjägerin möchte sich ihre Prämie verdienen. Mit einem riskanten Plan kommen Parker und seine Freundin an die Beute und ziehen vor den Augen der Polizei mit dem Geld ab, jetzt getarnt als Mitglieder einer obskuren "Erlöserkirche". Aber dann tritt eine andere Bande auf den Plan und will ihnen die Beute abnehmen. Nach "Fragen Sie den Papagei" und "Keiner rennt für immer" ist dies der nächste Thriller, der den faszinierend coolen Helden Parker in Hochform zeigt.

Bewertung

Parker, ein Mensch ohne Vornamen, aber mit düsterer Vergangenheit. Das Buch fängt an, wo eine andere Geschichte aufhört, nach einem Raubüberfall auf eine Bank, die der Hauptprotagonist Parker mit Komplizen verübt hat. Der Raubüberfall lief aber nicht glatt, sondern sie mussten das erbeutete Geld an einem Ort in der Nähe des Tatorts zurücklassen. Dieses Buch erzählt nun die Geschichte, wie Parker und sein Komplize, der weitere wurde geschnappt, das Geld zurückholen. Aber nicht nur Parker will das Geld haben, sondern es melden sich auch andere zwielichtige Gestalten, die die heiße Ware haben möchten.
Parker ist eine Art Antiheld. Nicht nett, berechnend und kein Charakter, dem man irgendeine Art von Sympathie entgegenbringen kann. Genauso wie auch die anderen Charaktere in diesem Buch. Dies ist kein Buch, was von den Beziehungen zu den Charakteren lebt, sondern eher von seiner Story. Mit schlichten Worten, aber doch komplexen Verbindungen, zeigt Stark die Folgen des Raubüberfalls auf. Bis die gesamten losen Stränge der Geschichte zusammenlaufen, dauert es eine Weile, aber wenn man dann einmal den Durchblick hat, ist es nicht mehr schwer der Geschichte zu folgen. Trotzdem kommt keine rechte Spannung auf, die einen an das Buch fesselt. Damit soll nicht gesagt werden, dass dieses Buch nicht spannend ist, aber man kann es an jeder Stelle getrost aus der Hand legen, ohne Seelenqualen zu erleiden. Die Charaktere in diesem Buch bleiben mehr oder weniger blass. Aus ihrer Vergangenheit erfährt man so gut wie gar nichts. Vom Schriftsteller wahrscheinlich gewollt, aber für den interessierten Leser ein Gräuel.

Fazit

Stark hat einen soliden Thriller geschaffen, der nett zu lesen ist, aber mehr nicht!

2 von 5 Punkten

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