Sonntag, 2. Dezember 2012

Rezension: Das Experiment des Doctor Nikola (Guy Newell Boothby)

Wurdack
Paperback, 157 Seiten
ISBN-13: 978-3-938065-73-0
11,95 €

Ein kurzer Einblick

Im Norden Englands, an einer gottverlassenen Küste, thront Allerdeyne Castle auf einer Klippe über dem Meer. Die Verliese dieses verfallenden Schlosses bergen manch unaussprechliches Geheimnis. Hierher hat sich Dr. Nikola zurückgezogen, um an einem steinalten, todkranken Mann die Formel der Unsterblichkeit auszuprobieren. Noch immer sind dem Schurken die Assassinen der chinesischen Geheimgesellschaft auf den Fersen. Während der besessene Wissenschaftler in dem finsteren Gemäuer ein buchstäblich elektrisierendes Experiment durchführt und sein Assistent mit der bildschönen Urenkelin des Patienten zarte Bande knüpft, schleicht ein asiatischer Killer um das Schloss und lauert auf seine Gelegenheit, dem Doctor endlich die Kehle durchzuschneiden.

Bewertung

Der dritte Band um den mystischen Doctor Nikola, kehrt den exotischen Ländern den Rücken und siedelt sich auf einer einsamen Schlossruine in England an. Damit verliert Doctor Nikola einen Großteil seiner mystischen Aura; durch sein geheimnisvolles und vorausschauendes Gebaren aber glücklicherweise nicht vollständig. Die mystische Atmosphäre der ersten beiden Bände wird durch die unheimliche Atmosphäre von Allerdeyne Castle ersetzt; ohne aber die Exotik aufzugeben, denn ein chinesischer Auftragsmörder schleicht sich in das Schloss ein. Eine leichte Akzentverschiebung, die sicherlich begrüßt werden kann, entgeht der Handlung doch somit eine willkürliche Wiederholung.
Nikola hat es im letzten Abenteuer endlich geschafft! Er hat das Mittel zur Unsterblichkeit gefunden und will es nun an einem alten Mann ausprobieren. Die Szenerie und die Apparate um die Bettstatt des alten Mannes, erinnern doch sehr an Frankenstein. Nur das hier kein „Mensch“ aus verschiedenen Körperteilen zusammengebastelt wird, sondern einem alten Mann, seine jugendliche Frische wiedergegeben wird. Die frappierende Ähnlichkeit wird jedoch gerne verziehen, denn die Spannung – ruhig und dennoch schnell erzählt – reißt den Leser mit.
Doch auch Doktor Nikola ist nicht allmächtig und so nimmt der Experimentsfortschritt einen verheerenden Lauf …
Der alte Mann wurde von einer 20-jährigen Schönheit begleitet; natürlich. Die Jungfrau darf nicht fehlen und die Liebesgeschichte schon gar nicht. Doctor Nikolas Assistent und die Urenkelin des Patienten verlieben sich unsterblich ineinander. Zu viel verraten sollte damit nicht sein, denn dieses Schema kennt man doch schon von den vorhergehenden Bänden. Es ist keine Überraschung, der Fortgang ihrer Beziehung ist von dem Moment an klar, als dass sie sich das erste Mal erblicken.
„Das Experiment des Doctor Nikola“ ist ein doch recht kurzes Abenteuer, sodass die Kurzgeschichte „Eine Geschichte von Ägypten“ („A Professor of Egyptology“), die abseits der Doctor Nikola-Reihe spielt, dankend angenommen wird.

Fazit

Mit „Das Experiment des Doctor Nikola“ ist es Guy Newell Boothby gelungen ein knackiges Abenteuer vor neuer Kulisse zu bieten, ohne das alte Flair des exotischen völlig aufzugeben.

4 von 5 Punkten

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