Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Darf ich meine Oma selbst verbrennen (Peter Wilhelm)

Knaur TB
Taschenbuch, 224 Seiten
ISBN: 978-3426784273
8,99 €
 
Ein kurzer Einblick

Kann man als Nichtschwimmer auf hoher See bestattet werden? Gibt es auch Second-Hand-Särge? Kann ich den Opa im Kombi selbst zum Friedhof fahren? Diese und andere nicht immer ganz ernst gemeinte Fragen rund ums Sterben begegnen Peter Willhelm täglich. Die skurrilsten versammelt er nun in seinem zweiten Buch.

Bewertung

„Darf ich meine Oma selbst verbrennen“ ist das zweite Buch des ehemaligen Bestatters Peter Wilhelm. Bücher, die sich mit dem Thema Tod beschäftigen, sind immer so eine Sache. Je nach eigenem Empfinden ist es ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen möchte, oder das man lieber totschweigt. „Darf ich meine Oma verbrennen“ ist ein lustiges Buch, welches den Tod mit einem Augenzwinkern betrachtet und Geschichten aus dem wahren Leben eines Bestatters erzählt. Das Buch ist in drei große Kapitel aufgegliedert. Das erste heißt: Allerlei Fragen an den Bestatter. Hier hat Peter Wilhelm die verschiedensten skurilsten Fragen gesammelt, wie auch die, die dem Buch dem Namen gibt. Andere schöne Beispiele sind, ob ein amputiertes Bein beerdigt werden kann oder was man machen muss, wenn man tot ist. Nett ist, dass der Autor teilweise in diesem Kapitel noch zusammenfassend erzählt, wie eine Seebestattung verlaufen kann. So ist es teilweise nicht nur witzig, sondern auch informativ.
Im zweiten Kapitel dreht sich alles um die Anrufe, die ein Bestatter entgegen nimmt. Hier können verworrene Wegbeschreibungen einen Grund zum Schmunzeln ergeben oder die Auskunft, ob ein Bestatter auch an Weihnachten Leichen abholt. Auch hier ist der Roman herrlich lustig, schlägt nicht über die Strenge und ist auch immer ein wenig ernst.
Im dritten Kapitel plaudert Wilhelm über Dialoge, die er mit seinen Kunden führt. Hier kann es schon einmal vorkommen, dass er während des Gesprächs von einem Dackel am Beim gerammelt wird oder die Auswahl des Sarges nicht so leicht fällt.
Man kann einfach über jede Seite schmunzeln. Peter Wilhelm hat einen netten Humor und ein Händchen dafür, lustig über den Tod zu schreiben, aber auch wiederrum nicht über die Strenge zu schlagen. Unbefangen plaudert er aus dem Nähkästchen und lässt den Leser so in die unbekannte Welt eines Bestatters blicken.

Fazit

Ein ernstes Thema mit der richtigen Prise Humor verpackt. Das Buch ist lustig und gleichsam informativ. Man kann in eine Arbeitswelt eintauchen, die man bisher wahrscheinlich nur vom Hörensagen kannte. Ich finde dieses Buch absolut gelungen und habe es innerhalb von einem Tag durchgelesen. Deswegen vergebe ich auch die Höchstpunktzahl.

5 von 5 Punkten

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