Samstag, 8. Dezember 2012

Rezension: Blutsbande. Bekenntnisse einer Vampirin (Catherine Jinks)

dtv premium
Taschenbuch, 332 Seiten
ISBN-13: 978-3-423-24779-5
12,90 €

Ein kurzer Einblick

Vampire sind romantisch, sexy, stark... Kompletter Unsinn!
Vampire sind tot. Und wenn sie nicht gepfählt werden wollen, sollten sie aufhören, Menschen zu beißen, und lernen, ihre Sucht zu akzeptieren, regelmäßig ihre Selbsthilfegruppe aufsuchen und endlich anfangen, ihr »Leben« in den Griff zu kriegen. Nina, mit 15 gebissen, lebt bei ihrer Mutter (nicht gebissen). Sie hasst die Vampir-Selbsthilfegruppe, die sie einmal wöchentlich besuchen muss, und langweilt sich (wenn's denn ginge) zu Tode. Und das wird voraussichtlich - nun ja - ewig so bleiben. Doch eines Tages kommt Bewegung in die blutleere Bande: Ein Gruppenmitglied wird durch eine silberne Kugel eliminiert. Mit Nina (die beweisen will, dass Vampire keine unfähigen Schlaffis sind), Dave und Pater Ramon an der Spitze machen sich die Mitglieder der Gruppe auf, den Vampirjäger zu jagen.

Bewertung

Vampire: blutgierig, sexy, gutaussehend, und und und ... Stimmt ja gar nicht! Zumindest nicht immer. Catherine Jinks' Vampire sind gebrechlich, kränklich und absolut ungefährlich. Ärgerlich wird es nur dann, wenn ein Vampirjäger hinter ihnen her ist. Wie soll man sich wehren, wenn man kaum in der Lage ist normale alltägliche Aufgaben zu meistern? Und erst das Vampirleben: Kann man das Leben als Vampir wirklich nur ertragen, wenn man zu den regelmäßigen Therapiestunden von Father Ramón geht?
Auffallen – das ist eigentlich alles in Trends. So auch in der nicht abreißenden Vampirflut. Hässliche Vampire. Kränklich? Schwach? Ja, das fällt auf und klingt interessant. „Witzig – absurd – bissig!“, wie es der Klappentext verkündet, sind diese Vampire aber nicht! Dämlich – albern – spöttisch! trifft es eher. Und tatsächlich wirkt es lächerlich, wenn Bridget sich die Treppe hoch müht, weil die alten Knochen nicht mehr wollen, wie in der Jugend. Menschliches Blut ist natürlich Tabu, also müssen unzählige Meerschweinchen ihr leben lassen, damit sich die kleine Vampirgruppe einigermaßen anständig ernähren kann. Grelles Licht verätzt die Augen, sodass Sonnenbrillen unumgänglich sind. Diese Vampire sind das genau Gegenteil von dem, was man so kennt. Doch warum eigentlich nicht? Wenn es denn wenigstens vernünftig umgesetzt worden wäre. Es mag ja sein, dass Catherine Jinks eine Art von Parodie hatte schreiben wollen, aber dann auch bitte wirklich amüsant. Was hier geboten wird, erregt leider nur Mitleid.
Die Figuren können nicht überzeugen, doch kann es die Story? Nein! Ein ganz klares Nein! 0815. Mehr an Worten muss man eigentlich nicht verlieren. Originell ist das nicht, neu ist das nicht, spannend ist das nicht. Ein Vampir ist ermordet worden. Verängstigt wollen die Vampire den Täter stellen. Natürlich funktioniert ihr Plan nur halb so prächtig wie gedacht. Natürlich wird ein Werwolf zum besten Freund. Und das Ende? Nun, man kann es sich denken …
Glücklicherweise, und das darf jetzt zur Rettung des Romans gesagt werden, liest es wenigstens vom Ansatz her interessant – und durchaus auch etwas amüsant. Auch wenn es nur für einen leichten Schmunzler reicht.

Fazit

Ein gewöhnlicher Vampirroman ist dies nicht! Aber ein guter leider auch nicht. Wer sich mit gebrechlichen Therapie-Vampiren anfreunden kann, sollte vorsichtig in den Roman hineinschnuppern, ansonsten sollte lieber zu einem anderen Roman gegriffen werden.

2 von 5 Punkten

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