Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Bewahrer des Chaos (Wladimir Wassiljew)

Piper
Klappenbroschur, 416 Seiten
ISBN-13: 9783492701778
13,00 €

Ein kurzer Einblick

In St. Petersburg missachten Wilde den Großen Vertrag zwischen dem Licht und dem Dunkel. Laik und seine ukrainische Truppe aus Tagwächtern sollen Ordnung in das Chaos bringen. Doch den Wilden angehörig ist Tamara, Ariks Geliebte. Wollen sie das Chaos vernichten, müssen sie Tamara auf ihre Seite ziehen. Doch der Ursprung des Chaos liegt ganz woanders ...

Bewertung

Mit „Bewahrer des Chaos“ legt Wladimir Wassiljew einen von Schwächen durchzogenen Roman vor. Stärken vermögen ihn kaum merklich aus der Versenkung holen zu können.
Einspurig und geradlinig steuert die Story gezielt auf das Ende zu. Unbeirrbar und konsequent. Was das Ende erwarten lässt, ist klar. Wassiljew stellt eine übermächtige Armee an Tagwächtern auf, dass das einzig mögliche Ende nur gut ausgehen kann. Und das natürlich ohne größere Probleme. Überraschungsmöglichkeiten sind da nicht gegeben und Platz ist dafür nicht vorhanden. Doch natürlich reicht die Macht der Tagwächter bei den zwei großen Kämpfen, zusammen gestaucht auf wenige unspektakuläre Seiten, nicht aus. Die Wilden gebieten über eine Macht, der kaum bei zu kommen ist. Unkonventionell wird das Problem gelöst, dem ich aber eine gewisses deus ex machina nicht absprechen kann.
Zudem lässt der Autor den Leser durch die Geschichte stolpern, denn Wassiljews Sprache ist reichlich holprig und die Dialoge all zu oft hölzern, dass kurzfristig jedweder Spaß genommen wird. Langes Geschwafel ohne Tiefe nehmen dann die letzte Lust am Lesen. Und dennoch hat das Geschwafel seine interessanten Aspekte, beleuchten diese schon fast philosophischen Gedanken, den Hintergrund der Anderen genauer, driften jedoch schnell ins Belanglose ab.
Mag man an dieser Stelle denken, dies mag nun alles an Kritik sein, muss ich leider enttäuschen. Ununterbrochene Schleichwerbung lässt einfach nur noch sauer aufstoßen. Hat Wassiljew das unbedingt nötig? Ich weiß es nicht, doch der Zweck bleibt unverständlich und lästig wird es auch ganz schnell.
Zu einem der wenigen Lichtblicke, kann man die Charaktere zählen. Zwar mögen diese nicht spektakulär tiefgründig sein, aber es sind solide Figuren. Massenbrei an Einheitscharakteren gibt es hier nicht. Doch saufen müssen sie alle. Und das ohne Ende. Seitenweise, literweise. Dass sie lediglich nur etwas schwankend durch die Gegend laufen, ist verwunderlich, aber abgebrüht ist abgebrüht. Als typisch russisches Klischee habe ich dies schon gar nicht mehr wahrgenommen, gehört das Trinken von Hochprozentigem doch schon fast zur Grundausstattung des Romans.
Das Einzige, was wirklich dauerhaft überzeugen kann, ist die Welt der Anderen. Faszinierend breitet sich diese vor den unwissenden Augen der Menschen aus. An fast allem anderen sollte der Autor besser noch arbeiten. Eine gute Welt kann eben keinen guten Roman machen.

Fazit

Wladimir Wassiljew legt nach der „Wächter“-Trilogie von Lukianenko einen weiteren Roman vor, der in der „Wächter“-Welt angesiedelt ist. Beständige Schleichwerbung und hölzerne Dialoge machen diesen Roman jedoch zu einem Trauerspiel. Lediglich die faszinierende Welt der Anderen kann dem Roman etwas abgewinnen. Fans der alten „Wächter“-Romane werden auf ihre Kosten kommen. Alle anderen sollten lieber die Finger von diesem Buch lassen.

2 von 5 Punkten

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