Samstag, 8. Dezember 2012

Rezension: Arkadien brennt (Kai Meyer)

Carlsen
Taschenbuch, 400 Seiten
ISBN-13: 978-3-551-58202-7
19,90 €

Ein kurzer Einblick

Nach all den aufgedeckten Geheimnissen auf Sizilien sucht Rosa Abstand und reist zurück nach New York. Tiermenschen und Blutfehden hoffte sie zurück zu lassen, doch die amerikanischen Clans erwarten sie bereits. Unerwartet deckt Rosa Geheimnisse ihrer und der Vergangenheit ihres Vaters auf - und begibt sich mit diesem Wissen erneut in tödliche Gefahr. Was hat Alessandro mit diesen Ereignissen zu tun?

Bewertung

„Arkadien brennt“ knüpft nahtlos an den ersten Band „Arkadien erwacht“ an. Was im ersten Band begonnen hat – logischerweise – findet hier in vielen Teilen ihre Fortsetzung, aber noch längst kein Ende. Stattdessen vertieft Kai Meyer die Story, verdichtet die Handlung, lässt Details einfließen, erhöht die Komplexität des Gefüges aus Mafiastrukturen, arkadischen Verflechtungen und des Feindes. Konsequent entwickelt sich die Geschichte weiter, der Faden wird weiter gesponnen, doch er verknüpft sich nicht zu einem auflösenden Aha-Erlebnis, sondern spaltet sich stattdessen weiter in Details und Einzelheiten auf, liefert zur Befriedigung aber einzelne – kleine und/oder wichtige – Erkenntnisse.
An den Grundzügen der Geschichte hat sich freilich nichts geändert. Rosa, ein scheinbar gewöhnliches Mädchen aus New York, wird innerhalb weniger Monate zur Anführerin des Mafia-Clans der Alcantaras. Ungewollt und brachial; ohne die Möglichkeit zu haben, sich zuerst einmal in den Strukturen der Mafia zurechtzufinden. Doch sie nimmt die Herausforderung an und behauptet sich.
So sehr die Mafia und natürlich das Geschlecht der Arkadier zwei wichtige Hauptmerkmale sind, ist Rosas Liebe zu Alessandro derjenige Punkt, der für die zwischenmenschliche Basis unabdingbar ist und neben der Landschaft hauptsächlich für Atmosphäre und Sympathie sorgt. Denn als gewöhnlich ist ihre Beziehung wohl nicht zu bezeichnen. Als Anführer zweier verfeindeter Mafia-Clans, stehen ihrer Liebe nicht nur die eigenen Leute im Weg, sondern ragt das Erbe der Arkadier als scheinbar unbezwingbares Hindernis zwischen ihnen auf. Bevor sie ihre Verwandlungen in einen Leopard und eine Schlange nicht in den Griff bekommen, steht körperlicher Nähe ein Hindernis im Weg, das erst bezwungen werden will.
Doch eigentlich ist die Liebesgeschichte nur ein wichtiger Bestandteil von etwas viel Größerem! Was hat es mit den Statuen am Meeresboden auf sich? Rosa und Alessandro setzen alles daran, das mysteriöse Geheimnis zu lüften, doch jemand sehr Mächtiges kommt ihnen zuvor. Und auch alte Charaktere, die man vermeintlich zu kennen glaubte, bekommen überraschend ein neues Gesicht. Einfach ist es für Rosa und Alessandro nicht!
Während „Arkadien“ mythischer und mythischer wird – Legenden werden wichtiger und weiter ausgeführt – (gleichzeitig geht jedoch auch eine Entmythifizierung vonstatten), fügt sich der Roman questartig zusammen. Linear ist anders. Natürlich verfolgt die Handlung ein bestimmtes Ziel, doch erst die Ereignisse machen daraus eine Linearität und nicht die Handlung sammelt auf ihrem Weg Ereignisse ein.

Fazit

Auch „Arkadien brennt“ ist ein fantastischer Jugendroman, der dem ersten Teil in Nichts nachsteht. Ein unglaubliches Abenteuer, ein Hauch Romanze und die phantastische Komponente kreieren einen Roman, dem man nicht widerstehen kann. Wem „Arkadien erwacht“ gefallen hat, kann bedenkenlos zugreifen!

4 von 5 Punkten

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