Mittwoch, 12. Dezember 2012

Rezension: Alera 1. Geliebter Feind (Cayla Kluver)

Piper
Gebunden, 560 Seiten
ISBN: 9783492702164
19,95€

 
Ein kurzer Einblick

Während Misstrauen und Rivalität zwei Königreiche in einen Krieg treiben, muss sich Prinzessin Alera entscheiden – für ihr Land, für ihre Freiheit oder für ihren Feind.
Alera ist nicht nur die Thronfolgerin des Königreichs – sie hat auch ihren eigenen Kopf, und ihre Vorstellungen von Freiheit und Gerechtigkeit finden am traditionellen Hof nicht immer Anklang. Das Land blickt dunklen Zeiten entgegen. Die lange währende Feindschaft mit dem Nachbarreich droht in einen Krieg zu münden. Und als eines Tages der junge Narian aus dem Feindesland an Aleras Hof auftaucht, ändert sich alles: Ist Narian ein Spion, ein Attentäter oder gar ein Freund? Alera erfährt mehr über das Volk, das sie für ihren erbitterten Gegner hielt. Sie erkennt, dass sie sich unweigerlich in Narian verliebt hat – und dass ihre Liebe nicht nur ihr Leben, sondern das Schicksal des ganzen Königreichs aufs Spiel setzt.

Bewertung

Alera ist die älteste Tochter des Königs von Hytanica. Als diese hat sie jede Menge Pflichten zu erfüllen, wie zum Beispiel auch einen geeigneten Mann zu heiraten, der die Regentschaft über das Königreich übernimmt. Und zwar auch, wenn ihr dieser Mann eigentlich zuwider ist.
Cayla Kluver lässt ihre Hauptprotagonistin Alera in einem Königreich aufwachsen, in dem Frauen allgemein nicht viel zu lachen haben. Sie und ihre jüngere Schwester Miranna leben wohlbehütet und von Leibwächtern umgeben im Schloss. Auch auf den Markt dürfen sie nur mit Begleitung gehen und auch sonst sind sie eigentlich nur in ihren Gemächern alleine. Ihre Pflichten bestehen darin, Repräsentant zu sein und Feste auszurichten. Der Grund für die strenge Bewachung ist, dass sich Hytanica mit dem benachbarten Königreich Cokyri im Krieg befindet und es eine ziemlich schlimme Vorgeschichte gibt. Der Prolog, in dem auf die Vorgeschichte eingegangen wird, macht ziemlich Lust, das Buch zu verschlingen. Leider hält der Roman nicht, was der Prolog und der Klappentext versprechen. Kluvers Schreibstil ist zwar sehr flüssig, trotzdem zieht einem die Geschichte nur schwer in ihren Bann. Viele Passagen haben ihre Längen und des Öfteren verliert sich Kluver zu sehr in Details, die für die voranschreitende Geschichte nicht wichtig sind. Auch fällt es schwer mit Alera warm zu werden. Ihre Naivität ist manchmal einfach zu viel des Guten und man hat das Gefühl, dass man sie mal kräftig durchschütteln möchte. Dafür haben mir aber ihre Leibwächter sehr gut gefallen. Kluver hat sie sehr gut dargestellt und auch viele interessante und unterhaltsame Charaktere erschaffen. Gerade Aleras Leibwächter, London, ist eine sehr spannende Person. Er hat Geheimnisse und gewisse Verbindungen in das verfeindete Königreich und weder Alera, noch der Leser, werden wirklich schlau aus ihm.
Der Roman trägt den Beinamen „Geliebter Feind“. Hier erwartet man irgendwie eine spannende Geschichte zwischen Alera und dem geliebten Feind. Leider ist dies aber nicht so, sondern eher ein daher plätschernder Strang der Handlung. Zwar wirkt Narian auch geheimnisvoll und mysteriös und man hofft schon, dass er Alera aus den strengen Regeln des Königshaus befreien und ihr zu ihrem Glück verhelfen kann, aber durch die Umsetzung der Geschichte wird der Leser nicht in den Bann der Beiden gezogen.
Am Ende des Romans wird man doch noch einmal gefesselt. Er hört zwar nicht mit einem Cliffhänger auf, aber dennoch mit einer sehr spannenden und verzwickten Situation für Alera. Auch wenn einem die Geschichte bisher nicht in den Bann gezogen hat, bekommt man am Ende das Gefühl weiterzulesen zu müssen, da man einfach erfahren möchte, wie es mit den Protagonisten weitergeht.
Dass die Autorin Cayla Kluver Potenzial hat, merkt man dem Roman an. Die Geschichte, die sie um Alera und Narian webt, ist durchaus interessant und könnte spannende Unterhaltung bieten. Leider fehlt es ihr noch ein bisschen am Geschick den Leser völlig in ihren Bann zu ziehen. Durch viele Wiederholungen und detailreiche Beschreibungen verliert sie sich in der Geschichte und das wirklich Spannende wird nicht ausgebaut. 
 
Fazit

„Alera-Geliebter Feind“ ist der Auftakt zu einer Trilogie und gleichzeitig auch das Erstlingswerk der Autorin. Hat dieser Roman noch nicht ganz überzeugt, kann man dennoch auf die Weiteren hoffen, da die Idee der Story gut ist. Auch dürften sich vor allem Jugendliche von der Geschichte angesprochen fühlen, da sie die Gefühle von Alera besser verstehen, als erwachsene Leser.

2 von 5 Punkten

Wir danken Piper für das bereitgestellte Rezensionexemplar.

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