Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Albions Alpträume: Zombies! (Paul Kane / Walter Diociaiuti (Hrsg.))

Eloy Edictions
Taschenbuch, 188 Seiten
ISBN: 3-938411-04-X
13,00 €

Ein kurzer Einblick

Diese "Zombies-Anthologie", zusammengestellt von Walter Diociaiuti und Paul Kane, enthält Geschichten von Simon Clark, Chris Fowler, Derek M. Fox, John B. Ford, Mark West, Maynard & Sims, Paul Finch, Simon Westwick, Stuart Young, Tim Lebbon, Paul Kane, Tony Richards.

Bewertung

Zombieromane gewinnen derzeit stark an Popularität. Einige wenige Veröffentlichungen rund um den zerfallenden Leichnam, der einfach nicht ins Jenseits weichen will, gab es jedoch hin und wider auch schon zuvor. 2005 veröffentlichte Eloy Edictions die Anthologie „Albions Alpträume: Zombies!“, die vornehmlich Geschichten englischer Autoren enthält. Und was in deren Köpfen an Ideen spukt, ist wirklich beeindruckend!
Ich möchte exemplarisch auf ein paar Geschichten eingehen, um deren Vielfältigkeit aufzuzeigen: „Nacht für Nacht die Lebenden Toten“ (Christopher Fowler) und „Jemand im Garten“ (Paul Finch): Zwei Geschichten, die sich ähneln, aber dennoch unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Unheimlichkeit der Zombies wird aus deren Alltäglichkeit des menschlichen Alltags geboren und steht im krassen Gegensatz zum allgemeinen (angenommenen und verbreiteten) Verhalten von akzeptierten Individuen und verweist zugleich auf deren Helden, die tödlicher und mythenhafter als die Obrigkeit sein können. „Eine Macht des Bösen“ (John B. Ford) verwischt die Grenzen zwischen Religiosität, Lovecraft-Mythos und des Zombie-Themas zu einer schaurigen Erzählung. „Das brennende Tor“ (Simon Clark) geht gar noch einen Schritt weiter und thematisiert das Leben nach dem Tod, den Eingang ins Paradies und die Belebung des Körpers durch das reinigende Feuer. „Lebenslänglich“ (Paul Kane) verlegt die Handlung weit weit in die Zukunft und behandelt den Unsterblichkeitsmythos auf einzigartige Weise. Dem Tod von der Schippe springen, ist manchmal einfacher als man denkt!
Mit den klassischen Zombiegeschichten „Der Strand“ (Tim Lebbon) und „Die Rettung“ (Maynard & Sims) – Start- und Endstory – schließt sich der Kreis des toten Fleisches und lässt den Leser zufrieden zurück sinken und beten, dass derartige Geschichten niemals Wirklichkeit werden.
Die Prüfung nicht bestanden hat keine Geschichte, Mittelmaß ist mit der Pinzette zu suchen und hervorragende Geschichten überrennen den Leser und versuchen sich an Ideenreichtum und ab und an auch an Originalität zu überbieten. Mit Sicherheit sollte „Albions Alpträume: Zombies!“ in keinem Buchregal fehlen.

Fazit

„Albions Alpträume: Zombies!“ ist eine der ambitioniertesten Anthologien der letzten Jahre! Durchweg siedeln sich die Storys auf einem hohen Level an. Langeweile ist konsequent gestrichen worden und einer Ideenabwechslung gewichen, wie man sie nur allzu selten antrifft. Wer hätte gedacht, dass Zombies derart vielfältig sein können!

4,5 von 5 Punkten

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