Sonntag, 2. Dezember 2012

Rezension: Agnes Grey (Anne Brontë)

Insel Taschenbuch
Taschenbuch, 276 Seiten
ISBN: 978-3-458-32793-6
9,00 €


Ein kurzer Einblick

Die Pfarrerstochter Agnes Grey möchte ihre Familie finanziell unterstützen. Daher nimmt sie eine Stelle als Erzieherin bei einer reichen Familie an. Doch die Arbeit mit den Kindern ist keineswegs so, wie sie es sich vorgestellt hatte. Auch bei ihrer zweiten Anstellung ergeht es ihr nicht viel besser, doch dort trifft sie zumindest eine Person, die ihr Freude bereitet…

Bewertung

„Agnes Grey“ ist ein Roman, der sich damit begnügt die Geschichte einer Frau zu erzählen. Agnes ist in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen. Als ihrer Familie ein finanzielles Unglück geschieht, beschließt sie diese eigentlich gegen deren Willen unterstützen zu wollen. Voller Hoffnung und Idealismus glaubt sie mit ihren 18 Jahren an einer Stelle als Erzieherin Gefallen finden und diese gut erfüllen zu können.
Doch ihre beiden Anstellungen sind ganz anders als Agnes es sich vorgestellt hätte. Die Kinder sind schlecht erzogen, haben keine Lust zu lernen und tanzen ihr regelrecht auf der Nase herum. Da deren Eltern ebenso nicht von besserem Charakter sind, erhält Agnes auch von ihnen keine Unterstützung. Doch auch wenn Agnes mit ihrer Anstellung unglücklich ist und sie bis auf ein paar Besuche bei armen Menschen kaum Freuden hat, geht sie hartnäckig ihrer Tätigkeit nach, um ihrer Familie helfen zu können. Die ehrliche und liebeswürdige Agnes versucht ihr Bestes und lässt sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen. Der Leser erlebt eine Frau, die es versucht allen Recht zu machen und dabei sogar für sich selbst zurücksteckt. Dabei wird zumindest leise auch Kritik an den gesellschaftlichen Sitten des 19. Jahrhunderts geübt.
Nachdem man lange nur Agnes Lebensgeschichte verfolgt hat und schon etwas Spannung sowie etwas, worauf die Handlung hinausläuft, vermisst, begegnet Agnes schließlich Edward Weston. Damit wird etwas Abwechslung in die Handlung gebracht und es bleibt nicht bei einem stupiden Nacherzählen des Lebens. Leider verfällt die Autorin aber auch bei den Erzählungen über Agnes und Edward ab und zu darin, an spannenden Stellen abzubrechen und diese nicht wieder aufzugreifen, weil sie glaubt, den Leser damit zu langweiligen. Stattdessen fährt sie mit tatsächlich nicht sehr spannenden Erzählungen fort.
Agnes und Edward scheinen seelenverwandt und Agnes ist dies auch bald bewusst. Doch ihre Schüchternheit und das persönliche Zurückstecken stehen ihrer Liebe im Wege. So muss sich Agnes erst ein eigenständiges Leben schaffen, um mit Edward glücklich sein zu können.

Fazit

„Agnes Grey“ erzählt die Geschichte einer jungen Frau. Zunächst etwas langwierig und ohne sichtbares Handlungsziel, wird der Roman vor allem gegen Ende hin interessant, als Agnes auf ihren Seelenverwandten zu treffen scheint. Im Gegensatz zu den bekanntesten Büchern ihrer Schwestern hat Anne Brontës bekanntestes Werk allerdings eine wenig komplexe Handlung.

3 von 5 Punkten

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