Donnerstag, 20. Dezember 2012

Legimus trifft... Markus Heitz

Markus Heitz mit der Band LAMBDA bei der Premierenlesung von "Oneiros - Tödlicher Fluch" in Leipzig

Kurz nach 19 Uhr begannen am 02.05.2012 düster-anmutige Klänge die Veranstaltungshalle der Ludwig Buchhandlung im Leipziger Hauptbahnhof auszufüllen. Die Halle war gut besucht und andächtig lauschten die Heitz-Fans dem „Fährmann“ der Band LAMBDA. Gleich darauf eröffnete Markus Heitz offiziell die Lesung und sorgte für allgemeine Erheiterung und auch begeisterte Zustimmung, als er erklärte, warum die Premierenlesung in Leipzig stattfand. Denn abgesehen davon, dass die Band aus Leipzig ist und er sich auch öfters in der Stadt aufhält, „ist es halt Leipzig, was allein schon ein guter Grund ist“, wie er fand.


Dann fing er auch schon an, die erste Szene in gekonnt spannender Manier vorzutragen, wo wir emsig lauschenden Zuhörer bereits mit einer geheimnisvollen und toughen Frau, deren Absichten noch im Dunklen blieben, bekannt gemacht wurden. Nachdem diese erste Szene aus – Heitz-Fans werden es wissen – dramaturgischen Gründen nicht fortgesetzt werden konnte, wurde uns aber gleich darauf eine zweite Szene geboten, in welcher wir Konstantin Korff, Bestatter und Thanatologe aus Leipzig, kennenlernen konnten. Im Gegensatz zu der mysteriösen Frau erschien Konstantin als sehr angenehmer Zeitgenosse, welcher in Moskau zufällig seine heimliche Liebe aus Leipzig trifft. Die dadurch entstandene Atmosphäre wurde durch ein weiteres Lied noch zusätzlich unterstützt.

Am Anschluss gab Heitz ein paar spannende Anekdoten zum Hintergrund des Buches zum Besten und erklärte auch den Titel des Romans. So ist Oneiros nach der griechischen Mythologie sowohl ein Gott des Traumes als auch der Deckname von Konstantin während seiner Zeit als Auftragskiller und aktiver Todesschläfer. Markus Heitz erklärte dann auch, was Todesschläfer überhaupt sind: Diese sind Menschen, die selber nicht vom Tod gesehen werden, ihn aber anlocken, sobald sie schlafen. Da der Tod weiß, dass es Menschen gibt, die ihm trotzen, er sie aber nicht sehen und daher zwangsläufig auch nicht zu sich nehmen kann, tötet er in seiner Wut alle sich in unmittelbarer Nähe von Todesschläfern befindenden Wesen. In einem dritten Auszug lernten wir einen Freund von Konstantin kennen, der beim MI6 arbeitet und ihn im Krankenhaus besucht, nachdem dieser angeschossen worden war. Denn leider hat man als Todesschläfer nicht wirklich viele Vorteile davon...

Nach einem weiteren fließenden Übergang in die musikalische Untermalung, welche dieses Mal ein wenig schwungvoller und gleichzeitig aggressiver wirkte, durften wir einer Szene beiwohnen, bei der man hofft, das dies nie real passieren wird. So will ein Mann, der sich mit der geheimnisvollen Frau aus dem ersten Auszug die Klinke in die Hand geben könnte, einen Todesschläfer stellen, der sich ausgerechnet im Madrider Stadion eingefunden hat und jederzeit eine Katastrophe auslösen kann. Dummerweise endet der Versuch, die Menschen in Ruhe zum Verlassen des Stadions zu bewegen, in einer wilden Massenpanik. Während die Zuschauer versuchen, in Todesangst das Stadion aufgrund der Bombenmeldung zu verlassen, brandeten wieder die Klänge von LAMBDA auf, was einen fulminanten Abschluss der Lesung bildete.

Im Anschluss ließ Heitz es sich natürlich nicht nehmen, noch einige Fragen zu beantworten und anschließend für eine Signierrunde zur Verfügung zu stehen. Und wie er einst in meinem Exemplar von seinem „Vampire! Vampire!“ ein kleines Kerlchen mit richtig großen und spitzen Zähnchen verewigt hat, so fand diesmal in „Oneiros“ ein kleines Sensenbild sein Zuhause.

Leider war dieser literarisch und musikalisch wirklich wunderschöne Abend viel zu schnell vorbei. Aber ich denke behaupten zu können, dass es allen anwesenden Zuhörern genauso gefallen hat wie mir.

Eure Susanne

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