Samstag, 8. Dezember 2012

Rezension: HimbeerToni (Joachim Seidel)

Piper Verlag
Taschenbuch, 215 Seiten
ISBN: 978-3-492-25792-3
8,95 €


Ein kurzer Einblick

Eigentlich wollten die vier Mitglieder der Band Remo Smash nur ihr 25-jähriges Bandauflösungsjubiläum feiern. Doch da erfährt Anton „HimbeerToni“ Hornig, dass er Vater wird. Und auch die anderen alten Bandmitglieder haben so ihre Probleme…

Bewertung

In seinem Erstlingswerk erzählt Joachim Seidel vom Erwachsenwerden großer Jungs. Die Hauptfigur Anton „HimbeerToni“ Hornig und seine Freunde Holgi, Herr Blümchen und Kurtchen haben früher alle gemeinsam in der Band Remo Smash gespielt. Die ist nun aber bereits seit 25 Jahren aufgelöst. Trotzdem können sie sich alle nicht so recht von ihrem unbeschwerten Junggesellendasein mit täglichem Bierkonsum und einem In-den-Tag-hineinleben trennen. Zwischen diesem Konflikt, ob sie nun Verantwortung übernehmen sollen und sich endlich erwachsen verhalten sollen oder doch weiter ihr Leben ohne viel darüber nachzudenken, genießen sollen, erzählt Joachim Seidel jede Menge lustige Geschichte.
Aber nicht nur Anton und seine Freunde und ihr Verhalten bringen den Leser immer wieder zum Schmunzeln, auch der nervtötende, aber liebenswerte, Nachbar oder auch der lästige Polizist, der eigentlich nur ein ausgestoßener Möchtegernpunk ist, sind immer wieder für einen Lacher gut. Die Frauen übernehmen im Roman dagegen eher die Rolle der Vernünftigen, die aber auch mal zickig und ein bisschen alternativ sein können. Aber auch sie sind nicht in ihrer Welt voller Verantwortung so verankert, dass sie sich nicht an ihrem einzigen Abend ohne Verantwortung mal so richtig gehen lassen können.
Viele Lacher bietet der Roman auch durch die Wiedergabe von Akzenten. So muss man sich als Leser doch etwas anstrengen um Tonis Freundin Ada verstehen zu können, wenn sie in ihrer Wut anfängt schwäbisch zu sprechen. Aber auch die Passagen, in denen Toni und Holgi versuchen sich mit ihrem Nachbarn auf Englisch zu unterhalten und mit ihm in ihren Deutsch-Englisch-Mischmasch, das zudem noch aus falschausgesprochenen englischen Wörtern besteht, zu diskutieren, ist zum Teil zum Schreien komisch.
Aber der Roman bietet nicht nur etwas für die Lachmuskeln, er stellt zugleich auch eine Hommage an die Musik dar. Das fängt beim Aufbau des Romans an, der aus einer A- und einer B-Seite besteht, und geht weiter über die Musiktitel, die jedes Kapitel überschreiben und deren Inhalte zum Teil auch richtig gut zum Kapitel passen. Aber natürlich gibt es auch jede Menge Gespräche über Musik und Musiker, so dass Musikliebhaber, aber vor allem natürlich Punk-Liebhaber, hier auf ihre Kosten kommen.
„HimbeerToni“ bietet also für Musikliebhaber und Lachfreudige eine leichte kurzweilige Unterhaltung, die man schnell in einem Fluss herunterlesen kann.

3 von 5 Punkten


Wir danken dem Piper Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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