Mittwoch, 28. November 2012

Rezension: Unterwegs mit Thomas Mann (Hrsg.: Lisa Bönsel & Philipp Werner)

Fischer Taschenbuch Verlag
Taschenbuch, 211 Seiten
ISBN: 978-3-596-90271-2
8 €

Ein kurzer Einblick

Thomas Mann hat in seinem Leben nicht nur häufig die Heimat gewechselt, sondern ist auch sonst viel gereist. Aber auch die Figuren seiner Romane sind häufig unterwegs. Was er selbst und seine Romanfiguren auf diesen Reisen erlebten, kann man in diesem Buch nachempfinden.

Bewertung

„Unterwegs mit Thomas Mann“ ist eines dieser Fischer Klassik-Bücher, in denen man autobiographische Texte, aber auch Auszüge aus Werken, von Autoren nachempfinden kann. So gibt es diese Reihe nicht nur zu Thomas Mann, sondern auch etwa zu Stefan Zweig oder Franz Kafka. Allerdings kann man die Texte und Auszüge, die man dabei zu lesen bekommt, eher nur dann richtig verstehen, wenn man zum einen ein Kenner des Werks Thomas Manns ist oder zumindest weiß, worum es in seinen Büchern geht, und sich zudem einigermaßen in seiner Biographie auskennt. Ist man dies nicht, wird es das ein oder andere Mal schwierig sein das zu verstehen, was man liest, denn es wird auf Personen oder Geschehnisse Bezug genommen, die an keiner Stelle erklärt werden. Selbst Kenner werden sich das ein oder andere nicht erklären können, denn etwa die Adressanten vor allem der früheren Briefe Thomas Manns und seine Beziehung zu ihnen werden wohl auch vielen Kennern nicht bekannt sein.
Ist man ein solcher Kenner Thomas Manns kann man in diesem Buch allerdings viele Facetten von ihm selbst und seinen Werken erleben. Die Werkauszüge erinnern einen nicht nur an angenehme Stunden, zu denen man den Auszug bereits schon einmal gelesen hat, sondern machen auch neugierig auf Romane oder Erzählungen, die einem noch nicht bekannt sind.
Die Briefe, Tagebuchauszüge und Essays Thomas Manns lassen den Leser dagegen nachempfinden, wie Thomas Mann sich zu Zeiten des Umbruchs in seinem Leben gefüllt hat, aber auch, welche Orte ihm beim Reisen besonders gefallen haben und wie er seine Reisen verbracht hat. Sie stellen ein gutes Abbild seines Lebens und auch der Zeitgeschichte zu dieser Lebenszeit dar, während deren er durch die Nazi-Herrschaft häufig gezwungen war seine Heimat zu wechseln und auch in unbekannte Länder aufzubrechen. Zugleich erfährt der Leser aber auch Thomas Manns Gedanken bei seiner Rückkehr. Diese einzelnen Kapitel zu seinen Lebensabschnitten in verschiedenen Ländern sind dabei mit einem passenden Zitat überschrieben, so dass man dort eine Orientierung hat.
Insgesamt also für Kenner und Liebhaber Thomas Manns eine schöne Idee, die den Autor noch einmal von einer anderen Seite präsentiert. Für alle anderen werden einige Inhalte sehr schwer verständlich sein.

3 von 5 Punkten

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