Montag, 26. November 2012

Rezension: Quentin Tarantino gegen die Nazis (Georg Seeßlen)

Bertz + Fischer
Taschenbuch, 173 Seiten
ISBN: 978-3-86505-192-9
9,90 €

Ein kurzer Einblick

Bei Quentin Tarantinos Film „Inglourious Basterds“ handelt es sich wohl um eine Seltenheit. Selten hat ein Regisseur den Zweiten Weltkrieg komplett umgeschrieben und in diesem Film zugleich so viele Bezüge, Zitate und Anspielungen verpackt. Da diese wohl für den Allgemeinbürger nicht ohne weiteres verständlich sind, soll dieses Buch beim Verständnis behilflich sein.

Bewertung

Wenn man Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ gesehen hat und wirklich am vollkommenen Verständnis des Films interessiert ist, bleiben wohl einige Fragen offen. Warum werden immer wieder bestimmte Musikstücke eingespielt, was hat es mit den verschiedenen Schriftzügen mitten im Film auf sich und was bedeuten eigentlich die vielen Anspielungen auf andere Filme? Das sind nur einige der Fragen, die wohl für den Allgemeinbürger offen bleiben.
Durch dieses Buch erwartet man sich nun von einem Filmpublizisten Antworten darauf zu bekommen. Um diese zu geben, erzählt Georg Seeßlen im ersten Teil des Buches, wie es zur Verfilmung von „Inglourious Basterds“ gekommen ist und geht zudem noch mal auf den Begriff des Bastards ein. Dies bietet zunächst eine interessante Hintergrundinformation.
Im zweiten Teil erzählt er dann den kompletten Film durch und versucht dabei immer wieder verschiedene Aspekte des Films zu erklären. Das ist auf die Dauer für den Leser, der den Film bereits gesehen hat, doch etwas langwierig. Hier hätte es wohl gereicht Szenen, die erklärt werden sollen, nochmals nachzuerzählen. Zudem geht Seeßlen hierbei immer wieder über Details hinweg für die man sich eine Erzählung erhofft hatte, etwa über das Erscheinen der verschiedenen Schriftzüge. Tarantino-Fans warten zudem auch auf die Information, wo im Film eigentlich Tarantino zu sehen ist. Aber auch darauf gibt es keine Antwort, und das, obwohl er wirklich im Film vorkommt! Ein interessantes Detail ist allerdings, dass Seeßlen auch immer wieder Szenen beschreibt, die es hinterher nicht in den Film geschafft haben.
In den beiden letzten Teilen des Buches widmet sich der Autor dann nochmals explizit den Anspielungen auf andere Kriegs- und Westernfilmen und Tarantinos Kriegerklärung gegen andere Filme. Hierbei ergeht er sich in ellenlangen Beschreibungen von verschiedenen Filmen, die wohl auch der Mehrzahl der Leser nicht bekannt sind und daher auch nicht gerade zum Verständnis von „Inglourious Basterds“ beitragen. Er beschreibt eine Vielzahl von Filmen, bei denen man sich immer wieder nach den Bezügen zu „Inglourious Basterds“ fragt. Hier wäre eine Beschreibung mit anschließender Bezugnahme auf „Inglourious Basterds“ eindeutig hilfreicher gewesen. So liest man seitenlange Beschreibungen von Filmen, die man eigentlich gar nicht beschrieben haben wollte, was natürlich dazu verleitet Seite um Seite zu überlesen und gelangweilt auf eine interessante Information oder das Ende zu hoffen.
Eine Interpretation des Films fehlt also komplett. Vielmehr bietet das Buch eher einen Einstieg in die Thematik der verschiedenen Kriegsfilme. Dabei sind zudem noch Fehler, wie „Barak Obama“, doch etwas ärgerlich.

1,5 von 5 Punkten

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