Dienstag, 27. November 2012

Rezension: Knastkinder (Rüdiger Bertram)

rororo 
Taschenbuch, 128 Seiten 
ISBN: 978-3-499-21497-4 
7,99 €

Ein kurzer Einblick

Im Kinderknast!
Für den Deutschen Jonathan wird ein Albtraum wahr: Er wollte doch nur mal ein paar Stunden ohne seine Eltern durch Manila spazieren. Schließlich spricht er die Sprache. Doch dann gerät er plötzlich in ein übles Viertel, wird ausgeraubt und landet im Knast. Zusammen mit Hunderten von Manilas Straßenkindern. Unter schrecklichen Bedingungen. Keiner glaubt Jonathan, dass ein furchtbarer Irrtum passiert ist. Keiner kann ihm helfen. Wie soll er hier je wieder rauskommen?



Bewertung

"Knastkinder" beruht auf einer Idee des Kölner Vereins "Tatort-Straßen der Welt", die mit einem Schultheaterstück auf das Elend der Knastkinder in Manila aufmerksam machen wollten. Erst wurde die Geschichte von Knastkindern in Schultheaterstücken dargeboten. Rüdiger Bertram war von dem Engagement der Schüler und Lehrer so beeindruckt, dass er die Idee hatte diese Geschichte in Buchform rauszubringen, um damit weiter auf das Leid und Elend der Knastkinder aufmerksam zu machen.
Gelungen ist ihm dieses auf jeden Fall. Jonathan, ein aufgeweckter 12-Jähriger macht sich in Manila auf Erkundungstour. Da er die Sprache spricht, ist er überzeugt, dass ihm nichts passieren kann. Leider verirrt er sich und gerät in ein Slumviertel in Manila. Dort wird er von einer Jugendbande überfallen, die ihm seine teuren Markenklamotten klauen. Bis auf die Unterhose beraubt liegt er zusammengeschlagen auf der Straße. Ein paar andere Straßenkinder finden ihn und haben Mitleid, da werden sie auch schon von der Polizei aufgegriffen und werden in den Kinderknast gebracht. Hier beginnt Jonathans Leidensweg. In Deutschland behütet aufgewachsen lernt er hier die harte Welt der Straßenkinder kennen, die alle einmal oder sogar mehrere Male in den Kinderknast kommen. High vom Klebstoffschnüffeln ertragen sie ihr Schicksal und Jonathan muss sich schnell fügen lernen, um zu überleben. Keine Rechte stehen den Kindern im Knast zu. Wer einmal dort drin ist, kommt nicht so einfach wieder raus. Bertram hat diese Misere der Kinder gut aufgegriffen und macht klar wie notwendig es ist diesen Kindern helfen zu müssen, oder wenigstens darauf aufmerksam zu machen, da viele Menschen die Misere der Kinder in Manila und den anderen Staaten dort nicht kennen. Schade ist nur, dass dieses Buch doch ziemlich abrupt endet. Fragen, die den Leser noch interessieren, werden leider nicht mehr beantwortet. Trotzdem erhält der Leser eine gute Übersicht und das Buch ist nicht nur für jugendliche Leser geeignet. 

Fazit
Mit 128 Seiten ist das Buch zwar nicht lang, kommt aber ziemlich gut auf den Punkt. Kurze Unterhaltung, aber mit einem hohen Nachdenkfaktor hinterher.

3,5 von 5 Punkten

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