Mittwoch, 28. November 2012

Rezension: Inside the cage (Matt Whyman)

Gulliver
Broschiert, 384 Seiten
ISBN: 978-3-407-74250-6
8,95 € 

Ein kurzer Einblick

Carl ist überzeugt, dass er unschuldig ist, obwohl er verhaftet wurde. Er sitzt in einem Gefangenenlager am Polarkreis mitten unter Schwerverbrechern, Terrorverdächtigen und Serienmördern. Ihm wird vorgeworfen, an einem Goldraub aus Fort Knox beteiligt zu sein, weil er einen Online-Sicherheitscode geknackt hat. In endlosen Verhören beteuert Carl nichts damit zu tun zu haben. Doch wie soll er das beweisen und diesem Albtraum ein Ende setzen?



Bewertung

„Diese Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Die Behörden, die für all das verantwortlich sind, werden gleichwohl darauf bestehen, dass es sich hier um reine Erfindungen handelt“


Dieser Satz prangt auf der ersten Seite des Romans „Inside the cage“ von Matt Whyman. Am Anfang kommt er einem noch gar nicht so wichtig vor, aber nach Beendigung der Lektüre geht er einem doch noch lange im Kopf herum.
Carl ist Student und nebenbei ein ziemlich guter Hacker. Aber ihm geht es nicht darum, Geld damit zu beschaffen, vielmehr aus Ehrgeiz öffnet er die Tresortür von Fort Knox. Als er kurz darauf festgenommen wird und in ein Gefangenenlager am Polarkreis gebracht wird, ist er sich sicher, dass er ziemlich schnell wieder dort herauskommt. Leider muss Carl erkennen, dass nicht alles so einfach ist, wie er es sich vorgestellt hat, und dass seine Aktion mehr Staub aufgewirbelt hat, als er sich es je hätte vorstellen können.
Der Roman braucht einige Zeit, bis man sich richtig eingelesen hat. Carl war mir nicht unbedingt von Anfang an sympathisch und kam mir eher vor wie ein ziemlich intelligenter, doch irgendwie naiver Junge. Das ändert sich mit der Zeit aber, denn irgendwann fängt man einfach an mit Carl zu leiden und fragt sich, wie er seine Situation meistern wird.
Im Roman wird einem immer wieder vor Augen geführt, dass man keinen Menschen eigentlich trauen kann. Denkt man, der Protagonist ist nett und fängt an zu hoffen, dass er Carl hilft, ist dies nicht immer so. Hinterlist und Tücke sind an der Tagesordnung und was in einem anderen Menschen vorgeht, weiß man eigentlich nie.
Der Buchrückentext ist in meinen Augen nicht sehr gelungen. Auf jeder Seite dachte ich, dass er sich zur Flucht entschließt, aber eigentlich nimmt die Geschichte eine ganz andere Wendung. Zwar ist sie für den Leser sehr überraschend und insgesamt finde ich sie auch besser als wahrscheinlich endlose Erzählungen, wie man sich durch eine Eiswüste kämpft. Trotzdem habe ich die ganze Zeit auf dieses Ereignis gewartet und ich finde doch, dass man den Klappentext etwas besser hätte gestalten können.

Fazit

„Inside the cage“ ist ein Roman, der zum Denken anregt. Er zeigt einem mitunter die Gefahren des Internets auf und warnt einen davor, alles zu glauben, was in ihm passiert, und allzu vertrauensselig mit seinen Daten umzugehen. „Inside the cage“ kann mit dem Wort „krass“ betitelt werden. Aus einer harmlosen Angeberei wird tödlicher Ernst.
Lesen und überdenken!

4 von 5 Punkten


Wir danken Beltz & Gelberg für das bereitgestellte Rezensionsexemplar

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